Ausländerbeirat kann beraten, aber nicht entscheiden

Heppenheim:  Rathaus reagiert auf Fazit der Vorsitzenden Ezel Iser

»Wenn die Vorsitzende des Ausländerbeirats zum Ende der Amtszeit ein von Frustration und Enttäuschung geprägtes Fazit ihrer Arbeit zieht, ist das bedauerlich, als subjektive Einschätzung aber natürlich zu akzeptieren«, so die Reaktion aus dem Rathaus auf einen Rückblick der Vorsitzenden Ezel Iser auf die zu Ende gehende fünfjährige Amtszeit . Wenn sie aber eine angebliche Verletzung der Rechte des Ausländerbeirats beklage, müsse dem eindeutig widersprochen werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung. Das von Iser für den Ausländerbeirat reklamierte und angeblich in der Hessischen Gemeindeordnung (HGO) festgehaltene Rederecht sei in Wirklichkeit »das Recht, angehört zu werden«. Was auf den ersten Blick nach Haarspalterei klinge, sei rechtlich eine eindeutige Unterscheidung. Rederecht haben in den Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung deren Mitglieder sowie die Vertreter des Magistrats, nicht jedoch Mitglieder von Ortsbeiräten, dem Seniorenbeirat oder eben auch dem Ausländerbeirat, heißt es weiter. Der Ausländerbeirat als Gremium – nicht jedoch jedes einzelne Mitglied – sei aber in Angelegenheiten, die ausländische Einwohner betreffen, zu hören. Das bedeute: Er wird vorab informiert und erhält Gelegenheit, seine Stellungnahme abzugeben. Zur Aufgabe des Ausländerbeirats heißt es in der HGO: »Er berät die Organe der Gemeinde in allen Angelegenheiten, die ausländische Einwohner betreffen.« Man könne das verdeutlichend ergänzen um den Satz: Er hat aber nichts zu entscheiden. Für das Entscheiden seien Magistrat und Stadtverordnetenversammlung zuständig.  »Das bloße Beraten mag den Beiratsmitgliedern zu wenig sein, ist aber nun einmal Gesetz«, heißt es weiter aus dem Rathaus. Welches Gewicht einem beratenden Gremium im politischen Willensbildungsprozess zugemessen werde, hänge von der Arbeit des Gremiums und dessen Legitimationsgrundlage ab.  Dass der Ausländerbeirat, der sich auf ein Votum von weniger als zehn Prozent der ausländischen Einwohner Heppenheim stützte, hier schlechte Startbedingungen gehabt habe, sei nicht seinen engagierten Mitgliedern anzulasten – der Heppenheimer Kommunalpolitik oder der Stadtverwaltung aber auch nicht.

quelle: echo online  was war geschehen?  ffduseh: es gibt keinen ausländerbeirat mehr   doppelpass :  wahlzwang abschaffen   steuern zahlen ja, wählen nein:  ffduseh zu kommunalen ausländerwahlrecht uni marburg: beiräte  in der kommunalpolitik,  ausländerbeiräte //// agah aktionsprogramm.pdf

Es gibt keinen Ausländerbeirat mehr in Heppenheim

>>Es gibt hier keine Integrationspolitik <<

 Wie Echo Online berichtet, wollen die Mitglieder des Heppenheimer Ausländerbeirates sich nicht für eine weitere Periode zur Verfügung stellen. Im Gespräch mit dem ECHO erläuterten die Vorsitzende Ezel Iser  und deren Stellvertreterin Meral Pinarci die Gründe für sinkende Motivation. Der Heppenheimer Ausländerbeirat hat am Donnerstag, 16.9.2010 zum letzten Mal getagt, in den nächsten fünf Jahren wird es dieses Gremium in der Kreisstadt nicht geben. ……

Ezel Iser, Vorsitzende des Ausländerbeirates, und ihre Stellvertreterin Meral Pinarci sprachen gegenüber dem ECHO von Frust und Enttäuschung, die sich in den zurückliegenden fünf Jahren unter den Mitgliedern breit gemacht hätten. Deshalb sei niemand bereit, für eine weitere Periode anzutreten, »obwohl wir noch einiges am Laufen haben und einige Projekte gerne zu Ende gebracht hätten«. Doch das Interesse müsse von beiden Seiten kommen, so Iser. Offenbar hatten die Mitglieder bei ihrer Wahl vor fünf Jahren die Arbeit des Gremiums und seine Einflussmöglichkeiten anders eingeschätzt. Alles in allem sei die Arbeit im Beirat eine schwere Aufgabe, die viel Einsatz und Durchhaltevermögen erfordere, bis etwas erreicht werden kann. An Arbeit mangele es nicht, dafür aber an Anerkennung und Akzeptanz des Geleisteten. Viel Energie sei für Auseinandersetzung wie Sitzordnung und Rederecht in den Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung verpufft. ……

Ob und wie sich Vertreter der Beiräte in die laufende politische Diskussion einklinken dürfen, war immer wieder Anlass für Diskussionen. Dabei sei in der Hessischen Gemeindeordnung das Rederecht ausdrücklich festgehalten…

Gleichwohl hat der Ausländerbeirat einiges geleistet:

 …. Nach der Ausarbeitung einer Satzung wurden Vorträge und Gesprächsrunden organisiert wie etwa mit dem Schulamt, es wurden mehrmals erfolgreich Fahrradkurse für ausländische Frauen angeboten, die sich einer so großen Nachfrage erfreuten, dass sie von der Stadt in Eigenregie weitergeführt werden. In der Weststadt wurde ein »Fest der Begegnung« organisiert, zu dem zahlreiche Gäste mit Wurzeln in vielen Ländern ins Haus Dornbusch gekommen waren. Es wurde der Besuch in einer Moschee organisiert und über das kommunale Ausländerwahlrecht informiert. ………

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