Ärzte ohne Grenzen ziehen Bilanz

Berlin, 16. Juli 2010.
Die deutsche Sektion von Ärzte ohne Grenzen hat im vergangenen Jahr 44,6 Millionen Euro eingenommen. “Befürchtete negative Auswirkungen der Finanzkrise sind ausgeblieben”, sagte der Vorstandsvorsitzende Tankred Stöbe am Freitag bei der Jahrespressekonferenz in Berlin. “Unsere Einnahmen stiegen gegenüber dem Vorjahr sogar leicht an.” Ausgegeben hat die Organisation 2009 insgesamt 42,9 Millionen Euro. Davon flossen 35,1 Millionen Euro direkt in die Nothilfe in 41 Ländern. Auch in Afghanistan ist das internationale Netzwerk seit Ende 2009 wieder aktiv. In unsicheren Kontexten wie diesen könne Ärzte ohne Grenzen nur völlig unabhängig und neutral arbeiten, betonte Stöbe. Forderungen nach engerer Kooperation zwischen zivilen Organisationen und Militär wies er entschieden zurück. Geschäftsführer Frank Dörner ging auf den Hilfseinsatz nach dem Erdbeben in Haiti Anfang dieses Jahres ein.

Mehr als die Hälfte der Afghanen hat keinen oder kaum Zugang zu einfachster medizinischer Versorgung. Die Mutter-und-Kind-Sterblichkeit ist erschreckend hoch. Das Kinderhilfswerk Unicef schätzt, dass auf 1.000 Lebendgeburten etwa 257 tote Säuglinge kommen. Ärzte ohne Grenzen hat im Oktober bzw. November vergangenen Jahres Projekte in Kabul und der Provinz Helmand eröffnet, nachdem die Organisation das Land nach einem gezielten Anschlag im Jahr 2004 verlassen hatte.Die Rückkehr sei nur nach langen und intensiven Verhandlungen mit allen Konfliktparteien möglich gewesen, betonte Stöbe. “Um helfen zu können, müssen Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen neutral, unparteiisch und unabhängig sein und auch so wahrgenommen werden. Kooperationen mit dem Militär und die Diskussion darüber gefährden unsere Sicherheit, unsere Arbeit und damit letztlich das Leben unserer Patienten.” NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen und Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel hatten jüngst gefordert, zivile Organisationen sollten in Afghanistan mit militärischen Akteuren zusammenarbeiten.

Ein halbes Jahr nach dem schweren Erdbeben in Haiti sei erschütternd, wie wenig sich für die Betroffenen verbessert habe, so Dörner, der das Land in der vergangenen Woche besucht hat. Zwar könnten mittlerweile mehr Menschen medizinisch versorgt werden, noch immer aber litten viele Haitianer große Not. Von mehr als 200 ehemals bei den Vereinten Nationen registrierten medizinischen Nichtregierungsorganisationen seien heute nur noch wenige vor Ort.

“Die Kluft zwischen dem Enthusiasmus und den Hilfsversprechen der ersten Wochen und der Realität, die ich vor Ort sechs Monate später erlebt habe, ist riesig. Diese Herausforderung kann nur mit einem anhaltenden internationalen Engagement bewältigt werden”, sagte der Arzt. Daher wird Ärzte ohne Grenzen auch in den kommenden Jahren vor Ort aktiv bleiben, während viele Organisationen ihren Einsatz in Haiti bereits beendet haben. Bis Ende 2010 plant die medizinische Organisation 89 Millionen Euro für die Direkthilfe in Haiti auszugeben


Veröffentlicht in *afghanistan, ärzte ohne grenzen, erdbeben haiti. Kommentare deaktiviert

Erdbeben Haiti: „Überlebenswille stärker denn je“

Presseinformation der CBM vom 19. Januar 2010

CBM-Augenarzt erlebte Beben – Erfahrungsbericht aus Port-au-Prince – Augenklinik 24 Stunden im Einsatz

PORT-AU-PRINCE/BENSHEIM. Er hat das Beben überlebt. Augenarzt Dr. Yuri Zelenski, ehemaliger Mitarbeiter der Christoffel-Blindenmission (CBM) in Port-au-Prince, war am 12. Januar nach Haiti gereist, um wieder einmal an seiner alten Wirkungsstätte, der CBM-geförderten Augenklinik des Universitätskrankenhauses mitzuarbeiten. Die Schreckensstunden, als die Erde schwankte, und das Grauen danach wird er sein Leben lang nicht vergessen. Erst 48 Stunden nach dem Beben konnte der russische Augenarzt seine Frau via SMS von seinem Überleben benachrichtigen. Dr. Zelenski berichtet von seinen Eindrücken:
“Wir werden Haiti mit eurer Hilfe wieder aufbauen”
“Mein Kollege, Dr. Jean Claude Cadet, das Gesundheitspersonal der Uni-Augenklinik und ich haben eine der entsetzlichsten Katastrophen überlebt, die die Menschheit je gesehen hat. Trotz der durch das Beben heftigen Schäden blieb die Augenabteilung stehen und war einer der wenigen funktionierenden medizinischen Dienste, die gleich nach dem Desaster rund um die Uhr Augen-Notfälle versorgen konnten.
Hunderte von Gesundheitsmitarbeitern haben ihr Leben verloren. Der psychologische, soziale und finanzielle Schaden ist unermesslich und der menschliche Verlust wird nie ersetzt werden können. Doch obwohl das Leben so vieler zerstört ist und unsere Freunde tot sind, ist unser Überlebenswille stärker den je. Wir halten zusammen, geben nicht auf und werden mit eurer Hilfe Haiti wieder aufbauen.”
Port-au-Prince: pro Jahr 140.000 Patienten in CBM-geförderten Projekten
In Haiti fördert die CBM sieben Projekte, fünf davon allein in Port-au-Prince. Neben der Augenklinik des Universitäts-Krankenhauses gehört dazu unter anderem ein Kinderkrankenhaus mit augenmedizinischer Abteilung und ein Zentrum zur Frühförderung und Betreuung geistig behinderter Kinder. Dieses Zentrum steht nach ersten Augenzeugenberichten noch, hat aber so viele Risse in den Mauern, dass es voraussichtlich abgerissen werden muss. Vor dem Erdbeben wurden durch die CBM-Projektpartner fast 2000 Menschen mit Behinderungen begleitet und pro Jahr rund 140.000 Patienten in Krankenhäusern versorgt.
Die CBM leistet über ihre Partner vor Ort Nothilfe und bittet um Spenden unter dem Kennwort “Haiti” auf das Konto 2020 bei der Bank für Sozialwirtschaft (BLZ 370 205 00).
Sie unterstützt weltweit fast 1000 Projekte in 105 Ländern. Das Hauptziel der internationalen, christlichen Entwicklungsorganisation ist es, die Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern zu verbessern.

lesen sie weiter bei CBM

Veröffentlicht in erdbeben haiti. Schlagwörter: . Kommentare deaktiviert

2010-01-20 Benifizkonzert für Haiti

Bereits am Mittwoch (20.) gibt das Duo The Songsters ab 20.00 h im Bensheimer Haus am Markt (Mehrzweck-
saal) ein Benefizkonzert zu Gunsten der Erdbebenofer auf  Haiti.

Rainer Scheffler und Johann Nagy, beide in der Bergsträsser Menscherechtsinitiative (MIB), spielen Blues, Bluegrass und Country Blues zugunsten der Christoffel Blindenmission  mit Sitz in Bensheim – Schönberg, deren Projekte in Port – au – Prince durch die Katastrophe gefährdet sind.

CBM hilft zudem den Opfern des Bebens direkt über Partner vor Ort.

(aus dem BA vom 16.1.2010)

zu den songsters

lies auch : erdbeben auf haiti

Veröffentlicht in erdbeben haiti. Schlagwörter: . Kommentare deaktiviert

Erdbeben auf Haiti:

CBM-Expertenteam unterwegs – 50.000 Euro Soforthilfe bewilligt

Ein Expertenteam der Christoffel-Blindenmission (CBM) ist unterwegs in die Krisenregion.  Seine Aufgabe ist es, die Nothilfe mit den CBM-Projektpartnern vor Ort zu koordinieren und sich über die Verteilung der Aufgaben mit anderen Hilfsorganisationen abzustimmen. Für diese erste Phase hat die CBM 50.000 Euro Soforthilfe bereitgestellt. Davon sollen die jetzt vorrangigen Bedürfnisse finanziert werden: Medizinische Versorgung, Wasser, Nahrung und Decken.
Eine gute Nachricht: Das Grace Childresn  s Hospital, ein CBM-gefördertes Projekt in Port-au-Prince, wurde nur gering beschädigt, es steht!
lies auch : benefizkonzert
Veröffentlicht in erdbeben haiti. Schlagwörter: . Kommentare deaktiviert
Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 51 other followers