Proasyl und andere: eine neue Bleiberechtsregelung muss her

 

Warum wir eine neue Bleiberechtsregelung brauchen

In den letzten Jahren wurden von Bund und Ländern mehrere Bleiberechtsregelungen beschlossen – aber mit begrenztem Erfolg: Noch immer leben 75.000 Menschen seit sechs Jahren ohne Aufenthaltsrecht in Deutschland – das sind 75.000 Menschen, die seit Jahren gezwungen sind, ein Leben auf Abruf zu führen. Eine Rückkehr in ihr Herkunftsland ist für die allermeisten von Ihnen undenkbar und in Deutschland sind sie nur befristet geduldet. Immer wieder droht ihnen die Abschiebung. Sie alle können ihre Zukunft nicht gestalten, weil sie in Deutschland keine sichere Lebensperspektive haben.

Zu arm, zu alt, zu krank

Die Bleiberechtsregelungen der Vergangeneit haben viele Menschen ausgeschlossen. Manche sind etwa knapp nach dem Stichtag der damaligen Bleiberechtsregelung eingereist. Andere sind zu alt oder jung, um unter die geltende Bleiberechtsregelung zu fallen. Vor allem ältere und kranke Menschen konnten die darin festgelegten hohen Anforderungen an die wirschaftliche Leistungsfähigkeit nicht erfüllen.

Auch droht vielen Menschen, dass sie ihr Bleiberecht wieder verlieren: Von den rund 60.000 Menschen, die in der Vergangenheit ein Bleiberecht erhielten, könnten unseren Schätzungen nach bis zu einem Drittel das erteilte Aufenthaltsrecht wieder verlieren, vor allem aufgrund von Schwierigkeiten bei der Lebensunterhaltssicherung. Menschen, die im Rahmen des sogenannten Asylbewerberleistungsgesetzes teils jahrelang durch die Unterbringung in Sammellagern und andere diskriminierende Zumutungen systematisch ausgegrenzt wurden, haben erschwerte Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt.

Unsere Forderungen:

PRO ASYL appelliert an die politisch Verantwortlichen, eine bundesgesetzliche Bleiberechtsregelung zu schaffen, die sich an den Realitäten der in Deutschland lebenden Menschen orientiert und in Zukunft den langjährig hier Lebenden eine wirkliche Perspektive eröffnet. Eine solche Bleiberechtsregelung muss folgende Kriterien erfüllen

  • Fortlaufende Regelung ohne festen Stichtag.
    Es muss eine fortlaufende Regelung geschaffen werden, die auch in Zukunft wirksam bleibt. Ab einer gewissen Aufenthaltsdauer müssen alle Ausreisepflichtigen die Möglichkeit auf ein Bleiberecht erhalten.
  • Realistische Anforderungen an die Lebensunterhaltssicherung.
    Es ist inhuman, alte, kranke oder behinderte Menschen vom Bleiberecht auszuschließen. Eine Aufenthaltserlaubnis muss auch gewährt werden, wenn Menschen nicht arbeiten können, weil sie alt, krank oder behindert sind, Angehörige pflegen oder Kinder erziehen. Gleiches gilt für Geringverdienende, bei Qualifizierung, Ausbildung und bei unverschuldeter Arbeitslosigkeit. Im Zweifelsfall muss das Bemühen um Arbeit ausreichen.
  • Verzicht auf restriktive Ausschlussgründe.
    Die bislang gestellten Anforderungen – beispielsweise an die Mitwirkung bei der Abschiebung oder an die Straffreiheit – werden der schwierigen persönlichen Situation, in der sich viele einst geflohene Menschen befinden, nicht gerecht.
  • Keine Familientrennung.
    Eine neue Bleiberechtsregelung muss verhindern, dass Familien auseinandergerissen werden.

Nur eine großzügige, humanitäre Bleiberechtsregelung kann das Problem der Kettenduldungen lösen.

quelle: http://www.proasyl.de/de/themen/bleiberecht/ und: http://www.proasyl.de/de/themen/bleiberecht/hintergrundinformationen/

Kein Erbarmen mit Flüchtlingen (Vorankündigung eines Vortrags)

 Vortrag und Diskussion am Vorabend zum Tag des Flüchtlings:

 „Kein Erbarmen mit Flüchtlingen“

Wann: Donnerstag, 29. September 2011, 19:00 Uhr

Referent: Andreas Zumach

Wo:  Marstall – Kurmainzer Amtshof, Amtsgasse 5, Heppenheim

 Veranstalter:  „Initiative gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im Kreis   Bergstraße“  mit freundlicher Unterstützung der Stadt Heppenheim

Weltweit steigt die Zahl der Flüchtlinge und Binnenvertriebenen. Insbesondere auf dem afrikanischen Kontinent und in Asien. In Deutschland ist die Zahl der Schutzsuchenden und AsylbewerberInnen aus dem Ausland heute so gering, wie nie zuvor seit 1977. Die Aushöhlung des Asylrechts im Jahre 1993 und die restriktiven Maßnahmen Deutschlands und seiner EU-Partner zur Abschottung der Festung Europa gegen unerwünschte Menschen von außerhalb waren sehr “erfolgreich”. Die Genfer Flüchtlingskonvention wurde von den EU-Staaten praktisch außer Kraft gesetzt. Und die wenigen Flüchtlinge, die überhaupt noch deutschen Boden erreichen, werden immer häufiger Opfer rassistischer und rechtsextremistischer Attacken oder behördlicher und polizeilicher Schikanen und Übergriffe. Ganz besonders erbarmungslos verhalten sich die Regierungen in Berlin und anderen europäischen Haupt-städten derzeit gegenüber der dramatischen Flüchtlingskrise in Libyen und seinen Nachbarstaaten. Was ist zu tun?

quelle: http://www.fremdenfreundlich.de/                                                                                                                                            zum referenten: http://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Zumach

und :http://www.perlentaucher.de/autoren/11956/Andreas_Zumach.html


weitere veranstaltungen im rahmen der interkulturellen woche: http://ffduseh.files.wordpress.com/2011/08/20110817-iwo-broschc3bcre.pdf

http://ffduseh.files.wordpress.com/2011/08/20110817-iwo-veranstaltungen-hoch.pdf


Medizinische Versorgung für Menschen ohne Papiere

Den folgenden Text haben wir auf der Internet-Seite der Bundesärztekammer gefunden.
http://www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=3.71.8899.8975.9053


Europäische Erklärung zur medizinischen Versorgung für Menschen ohne Papiere
Ende März Übergabe im EU-Parlament
Berlin, 28.02.2011

Mit Hilfe der „Europäische Erklärung“ machen Beschäftigte im Gesundheitswesen auf die tagtäglichen Menschenrechtsverletzungen beim Zugang zur Gesundheitsversorgung aufmerksam, die Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung permanent erleben. Seit der europaweiten Veröffentlichung haben über 6000 Gesundheitsorganisationen, MitarbeiterInnen des Gesundheitswesen und BürgerInnen die Erklärung unterschrieben. Zu den Unterzeichnern gehört u.a. der Vorstand der Bundesärztekammer, dem die Präsidentinnen und Präsidenten aller Ärztekammern angehören.

In den meisten Ländern der Europäischen Union haben Menschen ohne Aufenthaltstitel erhebliche Probleme, Zugang zu adäquater Gesundheitsversorgung zu erhalten. Restriktive Gesetzgebungen, administrative Barrieren und die häufig anzutreffende Diskriminierung der Betroffenen in Einrichtungen des Gesundheitswesens halten viele Menschen ohne Papiere davon ab, sich im Krankheitsfall behandeln zu lassen. Hinzu kommen die Ängste der irregulären MigrantInnen, entdeckt und abgeschoben zu werden. Diese halten sie davon ab, notwendige medizinische Hilfen in Anspruch zu nehmen.

Ärzte der Welt engagiert sich schon seit langem für einen gleichberechtigten Zugang für Menschen ohne Papiere zur medizinischen Versorgung. Mit der Petition setzt Ärzte der Welt und das europäische HUMA-Netzwerk ein eindeutiges Zeichen und fordert alle Personen, die im Gesundheitswesen arbeiten auf, die Erklärung zu unterzeichnen.

Die Petition wurde neben der Bundesärztekammer schon von zahlreichen anderen Verbänden, Organisationen und Einzelpersonen unterzeichnet, u.a. von Tom Königs, MdB (Bündnis 90/ Die Grünen, Vorsitzender des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe) und Dr. Monika Hauser, Alternative Nobelpreisträgerin 2008, sowie PRO ASYL, IPPNW und VDÄÄ.

Noch bis zum Mitte März sind alle Gesundheitsberufe aufgerufen, die Europäische Erklärung zu unterschrieben und weiterzuverteilen und sich damit für die bessere Versorgung von irregulären MigrantInnen einzusetzen. Die Erklärung wird dann von den beteiligten Initiatoren in den jeweiligen Heimatländern an die GesundheitsministerInnen übergeben. Des Weiteren findet am 22. März 2011 eine Übergabe der Petition im Europäischen Parlament statt.

Mehr Informationen zur Europäischen Erklärung:  http://www.huma-network.org/averroes_de/Petitions/Europaeische-Erklaerung-zum-freien-Zugang-zur-medizinischen-Versorgung-fuer-Menschen-ohne-Papiere


siehe auch  illegalität (jesuiten flüchtlingsdienst) und barmherzigkeit (bischofskonferenz)   und : taz: papierlose bekommen rechte und wikipedia, illegale einwanderung und patienten dritter klasse zum beraterhandbuch illegalität : http://www.caritas.de/47009.html


Göttinger Friedenspreis

Göttinger Friedenspreis für PRO ASYL PRO ASYL wird für die Kampagne „Stoppt das Sterben“ mit dem Göttinger Friedenspreis 2010 der…

lies weiter bei göttinger friendenspreis

“Menschen, die in Europa Schutz vor Verfolgung, Krieg und unhaltbaren Lebensbedingungen suchen, werden von den Behörden der EU-Länder misshandelt, unter Bruch geltenden Rechts zurückgeschickt oder bewusst dem Tod über- lassen. Die Öffentlichkeit darf dazu nicht länger schweigen! Wir halten es deshalb für wichtig, den Aufruf von Pro Asyl zu unterstützen.”

(Breiti von den Toten Hosen)

proasyl kampagne stoppt das sterben ..(an den EU aussengrenzen)

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Urteil im Cap Anamurprozess ergangen

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