Kirche 2011 : Ein notwendiger Aufbruch

04.02.2011 : Memorandum von Theologieprofessoren und -professorinnen zur Krise der katholischen Kirche

(wir dokumentieren die Erklärung von 144 TheologInnen)

 Gut ein Jahr ist vergangen, seit am Berliner Canisius-Kolleg Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen durch Priester und Ordensleute öffentlich gemacht wurden. Es folgte ein Jahr, das die katholische Kirche in Deutschland in eine beispiellose Krise gestürzt hat. Das Bild, das sich heute zeigt, ist zwiespältig: Vieles ist begonnen worden, um den Opfern gerecht zu werden, Unrecht aufzuarbeiten und den Ursachen von Missbrauch, Verschweigen und Doppelmoral in den eigenen Reihen auf die Spur zu kommen. Bei vielen verantwortlichen Christinnen und Christen mit und ohne Amt ist nach anfänglichem Entsetzen die Einsicht gewachsen, dass tief greifende Reformen notwendig sind. Der Aufruf zu einem offenen Dialog über Macht- und Kommunikationsstrukturen, über die Gestalt des kirchlichen Amtes und die Beteiligung der Gläubigen an der Verantwortung, über Moral und Sexualität hat Erwartungen, aber auch Befürchtungen geweckt: Wird die vielleicht letzte Chance zu einem Aufbruch aus Lähmung und Resignation durch Aussitzen oder Kleinreden der Krise verspielt? Die Unruhe eines offenen Dialogs ohne Tabus ist nicht allen geheuer, schon gar nicht wenn ein Papstbesuch bevorsteht. Aber die Alternative: Grabesruhe, weil die letzten Hoffnungen zunichte gemacht wurden, kann es erst recht nicht sein. Die tiefe Krise unserer Kirche fordert, auch jene Probleme anzusprechen, die auf den ersten Blick nicht unmittelbar etwas mit dem Missbrauchsskandal und seiner jahrzehntelangen Vertuschung zu tun haben. Als Theologieprofessorinnen und -professoren dürfen wir nicht länger schweigen. Wir sehen uns in der Verantwortung, zu einem echten Neuanfang beizutragen: 2011 muss ein Jahr des Aufbruchs für die Kirche werden. Im vergangenen Jahr sind so viele Christen wie nie zuvor aus der katholischen Kirche ausgezogen; sie haben der Kirchenleitung ihre Gefolgschaft gekündigt oder haben ihr Glaubensleben privatisiert, um es vor der Institution zu schützen. Die Kirche muss diese Zeichen verstehen und selbst aus verknöcherten Strukturen ausziehen, um neue Lebenskraft und Glaubwürdigkeit zurück zu gewinnen. Die Erneuerung kirchlicher Strukturen wird nicht in ängstlicher Abschottung von der Gesellschaft gelingen, sondern nur mit dem Mut zur Selbstkritik und zur Annahme kritischer Impulse – auch von außen. Das gehört zu den Lektionen des letzten Jahres: Die Missbrauchskrise wäre nicht so entschieden bearbeitet worden ohne die kritische Begleitung durch die Öffentlichkeit. Nur durch offene Kommunikation kann die Kirche Vertrauen zurückgewinnen. Nur wenn Selbst- und Fremdbild der Kirche nicht auseinanderklaffen, wird sie glaubwürdig sein. Wir wenden uns an alle, die es noch nicht aufgegeben haben, auf einen Neuanfang in der Kirche zu hoffen und sich dafür einzusetzen. Signale zu Aufbruch und Dialog, die einige Bischöfe während der letzten Monate in Reden, Predigten und Interviews gesetzt haben, greifen wir auf. Die Kirche ist kein Selbstzweck. Sie hat den Auftrag, den befreienden und liebenden Gott Jesu Christi allen Menschen zu verkünden. Das kann sie nur, wenn sie selbst ein Ort und eine glaubwürdige Zeugin der Freiheitsbotschaft des Evangeliums ist. Ihr Reden und Handeln, ihre Regeln und Strukturen – ihr ganzer Umgang mit den Menschen innerhalb und außerhalb der Kirche – stehen unter dem Anspruch, die Freiheit der Menschen als Geschöpfe Gottes anzuerkennen und zu fördern. Unbedingter Respekt vor jeder menschlichen Person, Achtung vor der Freiheit des Gewissens, Einsatz für Recht und Gerechtigkeit, Solidarität mit den Armen und Bedrängten: Das sind theologisch grundlegende Maßstäbe, die sich aus der Verpflichtung der Kirche auf das Evangelium ergeben. Darin wird die Liebe zu Gott und zum Nächsten konkret. Die Orientierung an der biblischen Freiheitsbotschaft schließt ein differenziertes Verhältnis zur modernen Gesellschaft ein: In mancher Hinsicht ist sie der Kirche voraus, wenn es um die Anerkennung von Freiheit, Mündigkeit und Verantwortung der Einzelnen geht; davon kann die Kirche lernen, wie schon das Zweite Vatikanische Konzil betont hat. In anderer Hinsicht ist Kritik aus dem Geist des Evangeliums an dieser Gesellschaft unabdingbar, etwa wo Menschen nur nach ihrer Leistung beurteilt werden, wo wechselseitige Solidarität unter die Räder kommt oder die Würde des Menschen missachtet wird. In jedem Fall aber gilt: Die Freiheitsbotschaft des Evangeliums bildet den Maßstab für eine glaubwürdige Kirche, für ihr Handeln und ihre Sozialgestalt. Die konkreten Herausforderungen, denen sich die Kirche stellen muss, sind keineswegs neu. Zukunftsweisende Reformen lassen sich trotzdem kaum erkennen. Der offene Dialog darüber muss in folgenden Handlungsfeldern geführt werden.

1. Strukturen der Beteiligung: In allen Feldern des kirchlichen Lebens ist die Beteiligung der Gläubigen ein Prüfstein für die Glaubwürdigkeit der Freiheitsbotschaft des Evangeliums. Gemäß dem alten Rechtsprinzip „Was alle angeht, soll von allen entschieden werden“ braucht es mehr synodale Strukturen auf allen Ebenen der Kirche. Die Gläubigen sind an der Bestellung wichtiger Amtsträger (Bischof, Pfarrer) zu beteiligen. Was vor Ort entschieden werden kann, soll dort entschieden werden. Entscheidungen müssen transparent sein.

2. Gemeinde: Christliche Gemeinden sollen Orte sein, an denen Menschen geistliche und materielle Güter miteinander teilen. Aber gegenwärtig erodiert das gemeindliche Leben. Unter dem Druck des Priestermangels werden immer größere Verwaltungseinheiten – „XXL-Pfarren“ – konstruiert, in denen Nähe und Zugehörigkeit kaum mehr erfahren werden können. Historische Identitäten und gewachsene soziale Netze werden aufgegeben. Priester werden „verheizt“ und brennen aus. Gläubige bleiben fern, wenn ihnen nicht zugetraut wird, Mitverantwortung zu übernehmen und sich in demokratischeren Strukturen an der Leitung ihrer Gemeinde zu beteiligen. Das kirchliche Amt muss dem Leben der Gemeinden dienen – nicht umgekehrt. Die Kirche braucht auch verheiratete Priester und Frauen im kirchlichen Amt.

 3. Rechtskultur: Die Anerkennung von Würde und Freiheit jedes Menschen zeigt sich gerade dann, wenn Konflikte fair und mit gegenseitigem Respekt ausgetragen werden. Kirchliches Recht verdient diesen Namen nur, wenn die Gläubigen ihre Rechte tatsächlich geltend machen können. Rechtsschutz und Rechtskultur in der Kirche müssen dringend verbessert werden; ein erster Schritt dazu ist der Aufbau einer kirchlichen Verwaltungsgerichtsbarkeit.

4. Gewissensfreiheit: Der Respekt vor dem individuellen Gewissen bedeutet, Vertrauen in die Entscheidungs- und Verantwortungsfähigkeit der Menschen zu setzen. Diese Fähigkeit zu unterstützen, ist auch Aufgabe der Kirche; sie darf aber nicht in Bevormundung umschlagen. Damit ernst zu machen, betrifft besonders den Bereich persönlicher Lebensentscheidungen und individueller Lebensformen. Die kirchliche Hochschätzung der Ehe und der ehelosen Lebensform steht außer Frage. Aber sie gebietet nicht, Menschen auszuschließen, die Liebe, Treue und gegenseitige Sorge in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft oder als wiederverheiratete Geschiedene verantwortlich leben.

5. Versöhnung: Solidarität mit den „Sündern“ setzt voraus, die Sünde in den eigenen Reihen ernst zu nehmen. Selbstgerechter moralischer Rigorismus steht der Kirche nicht gut an. Die Kirche kann nicht Versöhnung mit Gott predigen, ohne selbst in ihrem eigenen Handeln die Voraussetzung zur Versöhnung mit denen zu schaffen, an denen sie schuldig geworden ist: durch Gewalt, durch die Vorenthaltung von Recht, durch die Verkehrung der biblischen Freiheitsbotschaft in eine rigorose Moral ohne Barmherzigkeit.

6. Gottesdienst: Die Liturgie lebt von der aktiven Teilnahme aller Gläubigen. Erfahrungen und Ausdrucksformen der Gegenwart müssen in ihr einen Platz haben. Der Gottesdienst darf nicht in Traditionalismus erstarren. Kulturelle Vielfalt bereichert das gottesdienstliche Leben und verträgt sich nicht mit Tendenzen zur zentralistischen Vereinheitlichung. Nur wenn die Feier des Glaubens konkrete Lebenssituationen aufnimmt, wird die kirchliche Botschaft die Menschen erreichen. Der begonnene kirchliche Dialogprozess kann zu Befreiung und Aufbruch führen, wenn alle Beteiligten bereit sind, die drängenden Fragen anzugehen. Es gilt, im freien und fairen Austausch von Argumenten nach Lösungen zu suchen, die die Kirche aus ihrer lähmenden Selbstbeschäftigung herausführen. Dem Sturm des letzten Jahres darf keine Ruhe folgen! In der gegenwärtigen Lage könnte das nur Grabesruhe sein. Angst war noch nie ein guter Ratgeber in Zeiten der Krise. Christinnen und Christen sind vom Evangelium dazu aufgefordert, mit Mut in die Zukunft zu blicken und – auf Jesu Wort hin – wie Petrus übers Wasser zu gehen: „Warum habt ihr solche Angst? Ist euer Glaube so klein?“

quelle und mehr: memorandum-freiheit.de

die stellungnahme von wir sind kirche

Ist die Hölle leer _ die Allversöhnunglehre

In Leserbriefen an das Starkenburger Echo wird derzeit die Frage aufgeworfen, ob die Hölle leer sei. Wir haben dazu recherchiert und u.a. den nachfolgend dokumentierten Beitrag von Christoph Schluep-Meir aus dem Jahre 2005 gefunden.:

Die Lehre von der Allversöhnung ist eine der umstrittensten in der Kirche. Ketzerei oder grösste Hoffnung des Glaubens? Ein Plädoyer für eine zu Unrecht verfemte Vorstellung.

Die Hölle ist leer!

von Christoph Schluep-Meier*

Verdammungen, Kirchenspaltung und Scheiterhaufen verfolgen sie seit Jahrhunderten, die Lehre von der Allversöhnung. Schon Origenes, Kirchenvater der Antike (184–254 n.Chr.), lehrte die Lehre von der Wiederbringung aller Dinge, dass am Ende der Zeit alles zu Gott zurückgeführt wird, auch die Ungläubigen. Anstoss dazu gegeben hat Paulus: «Wenn dem Sohn aber alles unterworfen ist, dann wird auch der Sohn selbst dem unterworfen sein, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott alles in allem sei.» (1 Ko 15, 28) Origenes wurde für diese Lehre verdammt.

Geheime Verbreitung – Geheime Zustimmung

Später fand die Allversöhnung Vertreter unter den Pietisten, allerdings nur unter der Hand: «Ein Ochs, wer sie nicht kennt, und ein Esel, wer sie lehrt.» Der Theologe Emil Brunner war ihr zugeneigt, auch der Theologe Karl Barth bekundete Sympathien: «Ich lehre sie nicht, aber ich lehre sie auch nicht nicht.» Selbst in der EMK finden sich etliche AnhängerInnen, aber meist nur im Geheimen, denn für viele ist sie noch immer eine arge Ketzerei, die biblisch nicht belegt ist. Aber das täuscht: Neben der Korintherstelle redet vor allem Kol 1, 20 eine deutliche Sprache: «Es gefiel Gott, die ganze Fülle in Christus wohnen zu lassen und durch ihn alles mit sich zu versöhnen, … sei es, was auf der Erde oder was in den Himmeln ist.» (Vgl. auch Phil 2, 9 und Eph 1, 9 f.) Es stimmt, dass Aussagen zum Gericht über die Ungläubigen in der Bibel viel weiter verbreitet sind, aber wenn wir die Bibel nicht nur wörtlich, sondern ernst nehmen, dann muss jede Aussage auf ihren Wahrheitsgehalt hin geprüft werden.

Allversöhnung – Was ist das?

Allversöhnung lehrt, dass Gott das, was er anfängt, auch zu Ende führt. Wenn Gott aus lauter Liebe Menschen schafft, dann lässt er sie am Ende der Zeit nicht fallen, selbst wenn sie sich von ihm abgewandt haben. Er bleibt ihr Vater und sie seine Kinder.Denn in Christus versöhnt Gott die
Welt (2 Ko 5, 18; Joh 3, 16) gegen all ihren Widerstand, und selbst wenn er dazu die absolute Gottesferne auf sich nehmen und bis in die tiefsten Tiefen des Todes vordringen muss. Gilt dieser Tod nur für die Frommen? Oder anders gefragt: Ist es denk- und glaubbar, dass Gott das Kreuz auf sich nimmt, um dann trotzdem die grosse Mehrheit der Menschen zu verwerfen, weil sie nicht glauben? Die Hölle wäre um ein Tausendfaches grösser als der Himmel – können wir das im Ernst glauben wollen?

Die Hölle ist leer

Auf der anderen Seite: Können wir an eine Allversöhnung glauben im Angesicht des millionenfachen Mordes an den Juden im Zweiten Weltkrieg? Können wir als Christen annehmen, dass sogar Massenmörder wie Hitler in den Himmel kommen und nicht auf ewig in der Hölle schmoren? Die Tauglichkeit einer Theorie zeigt sich dann, wenn sie auch Extremfällen standhält, also zum Beispiel Hitler, Stalin und andere bluttriefende Tyrannen. Wohlgemerkt: Die Allversöhnung behauptet nicht, dass alle «einfach so» gerettet werden, denn das wäre nicht Gnade, sondern lediglich Gleichgültigkeit Gottes. Davon ist nicht die Rede, sondern davon, dass Gott in Christus am Kreuz endgültig gesiegt hat und es keinen Ort mehr gibt, über den er nicht herrschen würde. Mit anderen Worten: Es gibt eine Hölle, aber sie ist leer. Denn Gott bleibt bei seiner Liebe, auch wenn sie abgewiesen wird, und er bleibt beharrlich bei seinen Menschen, selbst wenn diese ebenso beharrlich Nein sagen. Er bleibt ihnen so verbunden, dass er sie am Ende der Zeit zu sich zurückführt und sie zu denen macht, als die er sie eigentlich gedacht hat. Hitler kommt also nicht «einfach so» in den Himmel, sondern erst, wenn er von all dem, was ihn von Gott trennt, gereinigt ist. Gott gibt ihn nicht auf, denn er ist und bleibt sein Vater, sondern er läutert ihn, bis er bestehen kann. Das mag schmerzhaft sein, und das mag sehr lange dauern – Gott kommt trotzdem an sein Ziel. Selbst im für uns unvorstellbaren Fall Hitlers.

Kritische Anfragen

Gegen die Allversöhnung wird häufig behauptet, dass sie zu moralischer Gleichgültigkeit führe, weil jeder unabhängig von seiner Lebensweise in den Himmel komme. Das trifft jedoch lediglich für Menschen zu, die nur aus Angst vor der Hölle gut leben und nicht, weil ein gutes Leben auch ein wahres Leben ist. Das Argument sticht nicht. Ebenso fraglich ist die Behauptung, Gott habe uns den freien Willen gegeben und respektiere unseren Entschluss für oder gegen ihn. Aber haben wir diese Wahlfreiheit wirklich? Sind wir immer frei in der Entscheidung, niemals gebunden in unserer sozialen Realität, in unserer Biographie, in unseren Phantasien und Lüsten? Und haben wir uns damals wirklich selbst für den Glauben entschieden, oder war es nicht eher der Geist Gottes, der dieses Ja in uns geschaffen hat? Ich glaube, dass die Vorstellung einer völligen Entscheidungsfreiheit eine Illusion ist – wir sind immer auf die Gnade Gottes angewiesen. Und schliesslich wird gefragt, wer wir denn seien, dass wir uns über das Wort Gottes in der Bibel stellen dürften. Aber wer sind wir denn, dass wir uns und unsere Vorstellungen von Gnade und Gerechtigkeit über Gott stellen? Ist es wirklich Gottes Wille, dass alle Sünder gnadenlos verloren sind? Es ist oft erschreckend, mit welcher eisernen Konsequenz ChristInnen die Ungläubigen in die Hölle wünschen.

Allversöhnung ist Freiheit

Allversöhnung im Sinne der Wiederbringung aller Menschen zu Gott würde Freiheit bedeuten: Freiheit in der Mission, weil sie frei von Angst vor Verdammung nicht mehr bekehrungsfixiert sein muss, sondern frei und gnädig vom grossen Ja Gottes für die Menschen reden kann. Das scheint mir überzeugender zu sein. Freiheit auch im Umgang mit dem eigenen Scheitern: Was in meinen Händen zerbrochen ist, ist mein Ende, nicht aber Sein Ende. Gerade auch dann, wenn ich durch mein Leben und Werken andere Menschen vom Evangelium abgehalten habe. Und Freiheit schliesslich auch in der grenzenlosen Hoffnung für die Millionen von Menschen, die nicht glauben, unter ihnen viele unserer besten Freunde, vielleicht sogar unsere Eltern, Geschwister, unsere eigenen Kinder. Hoffnung, dass ihr Nein immer im Licht des vorgängigen Ja Gottes steht. Und genau hierhin gehört die Allversöhnung: Sie ist Ausdruck frömmster Hoffnung und innigsten Gebets. Hoffen und beten, dass Christus das letzte Wort der Gnade spricht. Denn grössere Hoffnung kann niemand haben als die, dass Gott auch die ärgsten Sünder zu sich zurückzuführen vermag. Das wäre echte Feindesliebe.

*Christoph Schluep ist Pfarrer in Zürich 4

quelle : http://kundw.umc-europe.org/2005/februar/24-01.php 

die gegenposition: http://kundw.umc-europe.org/2005/maerz/10-01.php

siehe auch: wikipedia_allaussöhnung

es darf diskutiert werden

Abu Zaid ist tot

Wie  fr – online  berichtet, starb der ägyptische Literaturwissenschaftler und Vertreter eines Reformislam  am 5.7.2010 im Scheich-Zayed-Hospital in Kairo.

Zeitlebens habe er dafür geworben, auch die heilige Schrift der Muslime – wie die Bibel der Juden und der Christen – in ihrem zeitgeschichtlichen Kontext zu interpretieren und nicht als wortwörtlich vom Himmel gefallenen sakrosankten Text anzusehen. 

In Ägypten habe vor allem sein 1992 erschienenes Buch “Kritik des religiösen Diskurses” den Unmut des religiösen Establishments erregt, in dem Abu Zaid  nicht nur den Missbrauch der Religion durch die Fundamentalisten, sondern auch die selbstverständliche “Indienstnahme” des Islam durch die Alltagspolitik kritisierte.

Abu Zaid sei für seine Haltung  in Ägypten zu einem Abtrünnigen des Islam gestempelt worden. Religiöse Eiferer setzten sogar vor einem Scharia-Gericht die Zwangsscheidung von seiner Frau Ibtihal Yunes durch und zwangen den Gelehrten 1995 schließlich ins niederländische Exil. 

In den letzten Jahren war der Verfemte wieder häufiger zu Besuch am Nil, wo er jetzt auch verstarb.


 mehr zur person und zum werk  u.a. bei:   wikipedia


zur Person des Ibn Rushd, auch als Averroes bekannt.


Kruzifix gehört in Bayern zum Schulalltag (TAZ 07.01.2010)

FREIBURG taz | In bayerischen Grund- und Hauptschulen hängt nach wie vor in fast jedem Klassenraum ein
Kruzifix. Eltern können zwar verlangen, dass es abgehängt wird. Doch wie langwierig dies ist, zeigt
ein aktueller Fall aus Nürnberg.
 Den Rest des Beitrags lesen »
Veröffentlicht in *lehre_schule_uni, religion, staat und religion. Kommentare deaktiviert

Funkkolleg Wozu Gott? – Religion zwischen Fundamentalismus und Fortschritt

Wie irrational ist der Glaube wirklich? Ist Gott mehr als ein Hirngespinst, das die Neurowissenschaft enträtseln wird? Kann man die Existenz Gottes wissenschaftlich beweisen? Welche Bedeutung haben religiös fundierte Werte für das gesellschaftliche Zusammenleben?
Veröffentlicht in bildung im internet, Funkkolleg Wozu Gott ?, religion, religion und gesellschaft. Kommentare deaktiviert
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