Heppenheim: Synagogengrundstück nicht bebauen

Bitte unterstützen Sie die nachfolgende Initiative:

Aufruf zur Erhaltung des Denkmals ehemalige Heppenheimer Synagoge
Im Jahr 1900 wurde die nach den Plänen des Architekten Prof. Heinrich Metzendorf
erbaute Synagoge der Heppenheimer jüdischen Gemeinde unter großer Anteilnahme
der Bevölkerung eingeweiht. Grundstück und Gebäude stiftete die aus Heppenheim
stammende jüdische Familie Hirsch. Die Synagoge lag am Fuß des Schloßbergs mit der
Starkenburg, dem Wahrzeichen der Region, an einer historisch bedeutsamen
Wegekreuzung und fügte sich harmonisch in das Naturensemble des Schloßbergs ein.
Im Verlauf der Reichspogromnacht wurde die Synagoge am 10. November 1938 von SA Trupps
zerstört. Die Heppenheimer Jüdinnen und Juden mussten auswandern oder
wurden in Vernichtungslagern getötet. Nach Kriegsende gab es daher keine jüdische
Gemeinde mehr in Heppenheim, und die Synagoge wurde nicht wieder aufgebaut. Doch
die Grundmauern und Fundamente sind bis zum heutigen Tag erhalten. Vor dem in
großen Teilen noch im Original vorhanden Treppenaufgang zum Synagogengelände
entstand 1965 eine Gedenkstätte.
Der Ort der ehemaligen Synagoge ist eine Wunde in der Geschichte Heppenheims. Er
mahnt uns, die schreckliche Verfolgung und Vernichtung der Juden durch den
Nationalsozialismus nicht zu vergessen, und ist das zentrale Denkmal in Heppenheim,
um an die ermordeten Jüdinnen und Juden zu erinnern.
Mit tiefer Betroffenheit haben Heppenheimer Bürgerinnen und Bürger von der Absicht
erfahren, das Synagogengrundstück zu bebauen. Dies würde die unwiederbringliche
Zerstörung dieser für Heppenheim einmaligen Gedenkstätte bedeuten.
Wir, die Unterzeichnenden, sprechen uns daher dafür aus, dass das gesamte
denkmalwürdige Ensemble einschließlich der Gedenkstätte, des Synagogengrundstücks
und der darauf vorhandenen Überreste der Synagoge als Kulturdenkmal unter
Denkmalschutz gestellt und dort eine dauerhafte Lösung für die Gedenkstätte gefunden
wird.
gez.
Initiativgruppe zur Erhaltung des Geländes der ehemaligen Synagoge (U. a.
evangelische und katholische Heppenheimer Kirchengemeinden, Heppenheimer
Geschichtsverein e.V., Agenda 21).

zum download

kontakt: reiner volz 06252 71814

infostand: sa 13.03.2010 / 09-12 h / fussgängerzone / heppenheim

siehe auch unsere presseschau  /  lies  auch die folgende internetseiten: http://www.alemannia-judaica.de/heppenheim_synagoge.htm und http://www.bergstrasse-evangelisch.de/aktuell/aktuell119Synagoge.htm

instruktiv auch: Materialdienst / Evangelischer Arbeitskreis Kirche und Israel in Hessen und Nassau/“ Zum Beispiel Heppenheim, Schicksal einer jüdischen Familie,“ erschienen im August 2000, eventuell noch zu beziehen über die Christuskirche in Heppenheim

empfehlenswert auch: Wilhelm Metzendorf, Geschichte und Geschicke der Heppenheimer Juden, Geschichtsblätter Kreis Bergstrasse, Sonderband ( Band 5)  >> stadtbücherei  

Harald E. Jost, Die Jüdische Gemeinde Heppenheims und ihr prominentetes Mitglied Martin Buber, in : 1250 Jahre Heppenheim, Heppenheim 2005  

>>>>>lies auch auf diesem blog: mehr zum thema : https://ffduseh.wordpress.com/category/synagogengrundstück/feed/

 

 

 

 

Dieser Beitrag wurde unter erinnerung wachhalten, heppenheim, stolpersteine, synagogengrundstück veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.