Ethikkommission hält Atomausstieg innerhalb eines Jahrzehnts für machbar

Die Ethik-Kommission Sichere Energieversorgung übergab am 30.5.2011 ihre Empfehlungen an die Bundesregierung; Auszug:

 

Die Ethik-Kommission ist der festen Überzeugung, dass der Ausstieg aus der Nutzung der Kern-energie innerhalb eines Jahrzehntes mittels der hier vorgestellten Maßnahmen zur Energie-wende abgeschlossen werden kann. Dieses Ziel und die notwendigen Maßnahmen sollte sich die Gesellschaft verbindlich vornehmen. Nur auf der Basis einer eindeutigen zeitlichen Zielset-zung können die notwendigen Planungs- und Investitionsentscheidungen getroffen werden.

Für Politik und Gesellschaft ist es eine große Herausforderung, das Gemeinschaftswerk „Ener-giezukunft Deutschlands„, das mit schwierigen Entscheidungen und Belastungen, aber auch mit besonderen Chancen verbunden ist, innerhalb eines Jahrzehnts zu realisieren.

Dieses Ziel setzt ein konsequentes, zielorientiertes und politisch wirksames Monitoring (Analy-se, Bewertung, Handlungsempfehlung) voraus, zu dem der Bericht Vorgehen und Institutionen näher beschreibt.

Die Ethik-Kommission schlägt vor, umgehend das Amt eines unabhängigen Parlamentarischen Beauftragten für die Energiewende beim Deutschen Bundestag einzurichten und ein Nationa-les Forum Energiewende zu schaffen. Fortschritte müssen durch den Parlamentarischen Beauf-tragten für die Energiewende im Monitoring-Prozess jährlich überprüft werden.

Die Ethik-Kommission macht diesen Vorschlag in dem Verständnis, dass die Bundesregierung Konsequenzen für ein möglichst wirkungsstarkes und zielgerichtetes Handeln in der Energie-wende und für eine effiziente Zusammenarbeit mit den Ländern zieht. Die Energiewende ist organisatorisch eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe, für die ein umfassendes Projektmana-gement erforderlich ist, das die Politik besonders herausfordert.

Der Ausstieg ist nötig und wird empfohlen, um Risiken, die von der Kernkraft in Deutschland ausgehen, in Zukunft auszuschließen. Er ist möglich, weil es risikoärmere Alternativen gibt. Der Ausstieg soll so gestaltet werden, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und des Wirt-schaftsstandortes nicht gefährdet wird. Durch Wissenschaft und Forschung, technologische Entwicklungen sowie die unternehmerische Initiative zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle einer nachhaltigen Wirtschaft verfügt Deutschland über Alternativen: Stromerzeugung aus Wind, Sonne, Wasser, Geothermie, Biomasse, die effizientere Nutzung und gesteigerte Pro-duktivität von Energie sowie klimagerecht eingesetzte fossile Energieträger. Auch veränderte Lebensstile der Menschen helfen Energie einzusparen, wenn diese die Natur respektieren und als Grundlage der Schöpfung erhalten.

Der „Ausstieg„ bedeutet zunächst, Atomkraftwerke vom Netz zu nehmen. Der Ethik-Kommission ist aber bewusst, dass die Atomkraftwerke nach diesem Zeitpunkt noch auf lange Zeit intensive Arbeiten von der Sicherung bis hin zum Rückbau erfordern.

quelle und mehr: http://www.bundesregierung.de/nn_774/Content/DE/Artikel/2011/05/2011-05-30-bericht-ethikkommission.html

 

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