mehr zum Tod von Christy Schwundeck

23.5.2011  Frankfurter Rundschau  „Die Folgen des Todesschusses“
http://www.fr-online.de/frankfurt/die-folgen-des-todesschusses/-/1472798/8481706/-/index.html Die Leiterin der Frankfurter Jobcenter, Claudia Czernohorsky-Grüneberg sagt: „Alle elf Mitarbeiter hatten bereits eine „Trauma-Education“ mit dem Trauma-Institut“. Und weiter: …“ übers Personal müsse gesprochen werden, sagt Czernohorsky. Bisher fehlen ihr vom zugesagten Personalkontingent für den Leistungsbereich noch 50 Stellen und auch über den Betreuungsschlüssel von 1 Sachbearbeiter für 140 Kunden über 25 Jahren und eins zu 65 bei den Jüngeren müsse geredet werden.“


09.06.2011  Frankfurter Neue Presse  „Nachspiel zum Schuss im Jobcenter“
http://www.fnp.de/fnp/print_rmn01.c.8973558.de.htm
Auf einer Pressekonferenz äußern sich führende Mitarbeiter des Jobcenters zum Fall „Christy Schwundeck“. Es könne nicht sein, dass Mitarbeiter verdächtigt werden, farbige Menschen schlechter zu behandeln als weiße, so die Leiterin. Es werde nun diskutiert, wie man die Sicherheit im Jobcenter verbessern könne. Auf den Schreibtischen Berater stehe nichts, was sich als Waffe eigne. Es gebe Deeskalationstrainings, Sicherheitskontrollen an den Eingängen lehne man bisher ab. Das störe das Vertrauenverhältnis zwischen Berater und Kunde, heißt es weiter


13.06.2011 PR-SOZIAL„Tod im Jobcenter: “So kann man eine Behörde nicht leiten”“

Aus dem Text: „„Aber es verwundert dann doch, dass die Leiterin des Jobcenters, Diplom-Psychologin Claudia Czernohorsky-Grüneberg gegenüber der „Hessenschau“ (08.06.2011) aussagte, dass die Auszahlung des verweigerten Barbetrages in Höhe von 10 Euro möglich gewesen wäre. Zumindest entsteht der Eindruck, dass der tödlich geendete Konflikt fahrlässig mit provoziert wurde und wohlmöglich hätte vermieden werden können.“ Noch immer ist unklar, warum der zu Tode gekommenen Kundin eigentlich ein Vorschuss von 10 Euro verweigert wurde. Ihr Antrag auf Arbeitslosengeld II war bereits positiv beschieden und die Frau stand schon 19 Tage ohne Geld da.“


ein leser / zuhörer – kommentar auf der webseite von  primavera24de: http://www.primavera24.de/lokalnachrichten/aschaffenburg/10844-das-jobcenter-ist-schuld-an-ihrem-tod.html

Eine Stichwaffe ist in einem Einwirkungsbere ich von null bis sechs Metern gefährlicher als eine Schusswaffe. Wer auf eine 20jährige Judoerfahrung zurückgreift sollte gewisse taktische Ausbildung besitzen. Fakt ist, dass bereits ein Messerangriff erfolgte und eine schwere Verletzung zur Folge hatte. Wer einen Polizeibeamten versucht zu töten darf ihrer Meinung nach damit rechnen entwaffnet zu werden. Wenn Sie sich in der Lage fühlen eine Messerattacke abzuwehren gebührt ihnen Respekt. Problematisch ist eben nur die Realität. Denn die Realität auf der Strasse sieht anders aus. Wenn ein Schusswaffengeb rauch gerechtfertigt war, dann dieser im vorgenannten Fall. Im Gegenteil, der Ausbildungsstan d der hessischen Polizei scheint extrem hoch zu sein. Eine junge Beamtin hilft ihrem Kollegen in lebensbedrohlic her Phase mittels eines ! gezielten Schusses. Aber den Gutmenschen wäre es wohl lieber gewesen beide Polizeibeamten hätten durch Reden versucht die Messerattacke zu beruhigen, wären mehrmals getroffen worden und anschliessend im Jobcenter verstorben. Dann hätten alle gefragt: Warum schiessen die eigentlich nicht?


ein aufruf zur demo am 18.6.2011: http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/warum-wurde-christy-schwundeck-getoetet.php

Warum wurde Christy Schwundeck von der Polizei in einem Jobcenter getötet?

Am 19. Mai 2011 wurde Christy Schwundeck in einem Jobcenter in Frankfurt am Main von der Polizei erschossen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt behauptete noch am selben Tag vor der Presse, es handele sich eindeutig um Notwehr, da Frau Schwundeck die Polizei mit einem Messer attackiert habe. Die Deutsche Polizei-Gewerkschaft bezeichnete in einer zynischen Pressemitteilung „ausrastende Antragsteller“ als das Problem und machte Jobcenter-Mitarbeiter und Polizei zum Opfer.

Wir fragen: Warum sollen wir akzeptieren, dass zwei bewaffnete und ausgebildete Polizisten eine Frau mit einem Messer nicht entwaffnen, sondern direkt erschießen?

Wir fragen: Wie kann es sein, dass Polizeibeamte so schnell zur Waffe greifen und in den Bauch, also mit eindeutig tödlicher Wirkung, schießen?

Soll hier wieder vertuscht werden, wie es zum Tod eines schwarzen Menschen in Deutschland kam? Das Verhalten der Polizei, die Christy Schwundeck in den Bauch und damit tödlich verletzte, wurde und wird nicht auf die Tagesordnung gesetzt. Wir erinnern uns an andere Opfer polizeilicher Gewalt, deren Tod nie aufgeklärt wurde. Wir nennen Dominique Kumadio, der 2008 in Dortmund von Polizisten aus dem Auto heraus erschossen wurde – es kam nie zu einem Prozess gegen die Polizeibeamten. Wir nennen Mariame N’Deye Sarr, die 2001 von einem Polizisten mit ihrem Kind auf dem Arm erschossen wurde und deren Tod nie aufgeklärt wurde. Wir nennen Oury Jalloh, dessen Mord in einer Polizeizelle in Dessau nur nach hartnäckigem Kampf vor Gericht gebracht wurde und dessen Mörder bis heute nicht bestraft wurden. Wir müssten viele weitere nennen…

Wir fragen: Wer ist der Nächste? Sollen wir wieder akzeptieren, dass eine Erschießung verharmlost und vertuscht wird und unaufgeklärt bleibt?

In der Presse wurde Christy Schwundeck nicht nur als verrückt und aggressiv dargestellt und die schießende Polizistin zum Opfer erklärt, sondern weitere diskriminierende Stichwörter wie „Drogen“ und „ungeklärter Aufenthalt“ genannt. Der Name der Erschossenen wurde nicht genannt. Sie wurde anonym, ohne Namen und Gesicht.

Wir fragen: Wie kann es sein, dass die Medien ein Opfer verunglimpfen und beschimpfen? Wie kann es sein, dass niemand die Frage nach dem Verhalten der Polizei stellt?

Die Behörde wurde geschlossen, weitere Informationen zum Geschehen wurden nicht veröffentlicht und der Name erst eine Woche später veröffentlicht. Als Verwandte von Christy Schwundeck als Ausdruck ihrer Trauer einen Kranz in der Behörde niederlegen wollten, wurden sie daran gehindert, der dann vor dem Gebäude abgelegte Kranz umgehend entfernt.

Wir fragen: Soll Christy Schwundeck verschwinden, damit die Täter straffrei bleiben?

Wir sagen: Christy Schwundeck war eine von uns! Sie war Mutter und Frau, sie war ein Mensch mit Träumen und Hoffnungen, mit Freuden und mit Leiden! Wir lassen nicht zu, dass sie vergessen wird. Wir lassen nicht zu, dass sie diffamiert wird, damit es gerechtfertigt erscheint, dass sie getötet wurde!

Wir fordern die lückenlose Aufklärung der Erschießung von Christy Schwundeck! Wir fordern ein ordnungsgemäßes und rechtsstaatliches Gerichtsverfahren gegen die Polizeibeamten!  

Kommt zur Demonstration am Samstag, 18. Juni, 14:00  


Kurzbericht zur Demo am 18.6.2011 auf: http://initiative-christy-schwundeck.blogspot.com/

Sonntag, 19. Juni 2011

Kurzer Bericht von der Demo

 Wir hatten eine starke Demo. Unser Lautsprecherwagen war leider kaputt. Wir sind knapp 2 Stunden durch Frankfurt gelaufen und die ganze Zeit mit lautem Sprechchor. Das hat viel Power gegeben! Und dazwischen Schweigeminuten in denen sich die ganze Demo hingesetzt hat. Sehr ergreifend. Die Passanten waren interessiert und sind von den Flugblattverteilern immer wieder in Gespräche eingebunden worden. Es waren zwischen 300 und 350 Menschen dabei. Morgen mehr. Vielen Dank allen die mit gelaufen sind. Vielen Dank allen die mit organisiert haben. Kurzer Bericht im Fernsehen bei der Hessenschau: http://www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/index.jsp?rubrik=3056 und dort auf „18.06.2011 hessenschau Nachrichtenblock“ klicken. Am nächsten Samstag treffen wir uns um 14 Uhr (Ort wird noch bekannt gegeben), um zu besprechen, wie es weiter geht.


……aus einem Interview von der Tageszeitung Junge Welt mit  Roman Thilenius, Sozialberater im Netzwerk der hessischen Erwerbsloseninitiativen……http://www.jungewelt.de/2011/06-15/026.php
Sie fordern, ein Ermittlungsverfahren gegen die Geschäftsführerin des Frankfurter Jobcenters Claudia Czernohorsky-Grüneberg einzuleiten – warum? 
Bei der Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch hat sie behauptet, daß ihre Behörde alles richtig gemacht habe. Das ist an Zynismus kaum zu überbieten. Mit so einer Aussage ist sie als Leiterin einer Behörde kaum mehr tragbar. Deeskalierend war die Verweigerung einer geringen Barauszahlung bestimmt nicht. Immerhin stand Frau Schwundeck schon viele Tage ohne einen Cent da, und Geldüberweisungen der Jobcenter dauern bekanntlich mehrere Tage. Damit soll keineswegs der Angriff mit dem Messer auf die Polizei verharmlost werden. Aber das Drama wäre vermutlich zu verhindern gewesen, wenn man die existentielle Not dieser Frau ernstgenommen hätte. Auch in diesem Punkt gibt es Widersprüche. Die Leiterin und Diplompsychologin Czernohorsky-Grüneberg hat kürzlich gegenüber der »Hessenschau« behauptet, die Auszahlung der verweigerten zehn Euro sei möglich gewesen. Mitarbeiter haben sich hingegen in unserer Gegenwart darüber unterhalten, sie hätten die Anweisung, kein Bargeld auszuzahlen.

siehe auch : https://ffduseh.wordpress.com/2011/05/31/trauer-um-christy-schwundeck/

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