geboren am 25.Dezember 1811 , ein Rätsel_zum 200. Geburtstag eines (sozial)politisch engagierten Bischofs

Der Autor des folgenden Textes wurde am 25. Dezember 1811 in Münster (Westfalen) geboren, gestorben ist
er am 13. Juli 1877 in Kloster Burghausen (Landkreis Altötting). Er war katholischer Bischof von Mainz und deutscher Politiker (Deutsche Zentrumspartei). Er wurde der Arbeiterbischof genannt. Er gilt als der Gründer der KAB (Katholische Arbeitnehmer-Bewegung). Er war ein Großonkel von Clemens August Graf von Galen.   Wilhelm Emanuel Freiherrr von Ketteler

Er entstammte dem westfälischen Uradelsgeschlecht von Hüsten, das sich später umbenannte. 1828 schloss er das Abitur im Jesuiteninternat des Kollegium Spiritus Sanctus in Brig / Wallis (Schweiz) ab, danach studierte er Rechtswissenschaften und Staatswissenschaft in Göttingen, wo er sich dem Corps Guestphalia anschloss. Bei einem Duell verlor er hier seine Nasenspitze. Seine Studien setzte er dann ab 1831 in Berlin fort. Dort hörte er unter anderem Karl Friedrich von Savigny. Anschließend schlug der Gesuchte zunächst eine juristische Laufbahn ein, quittierte jedoch den Staatsdienst aus Glaubens- und Gewissensgründen, unter anderem wegen der Verhaftung und Inhaftierung des Kölner Erzbischofs Clemens August Droste zu Vischering. Anschließend studierte er von 1841 bis 1843 Theologie in München, wo er dem Kreis um Joseph Görres angehörte. Am 1. Juli 1844 wurde der Gesuchte in Münster zum Priester geweiht. Bereits als Kaplan an St. Stephanus in Beckum wurde sein Interesse an der „Sozialen Frage“ deutlich. Auf seine Anregung entstand dort ein Krankenhaus für die unteren Schichten. Im November 1846 übernahm er die verwahrloste Gemeinde Hopsten. Die Jahre bis 1848 als „Bauernpastor“ haben den Gesuchten entscheidend geprägt.

In den Jahren 1848/49 war er Mitglied der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche. Nach Niederlegung des Mandats wurde er zum Fürstbischöflichen Delegaten für Brandenburg und Pommern ernannt, jedoch nur für kurze Dauer. Denn schon am 15. März 1850 wurde der Gesuchte zum Bischof von Mainz ernannt und am 27. Juli durch den Freiburger Erzbischof Hermann von Vicari zum Bischof geweiht.

In den Jahren 1871/72 war er Mitglied des deutschen Reichstags. Gemeinsam mit Ludwig Windthorst gründete er die Zentrumspartei als Gegengewicht zu den protestantischen Parteien und insbesondere Otto von Bismarck.

Als Mainzer Bischof war der Gesuchte qua Verfassung von 1851 bis 1877 Mitglied der ersten Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen.

Kirchenpolitisch setzte er sich für die Autonomie und Macht der katholischen Kirche ein und war erklärter Gegner der Trennung von Staat und Kirche, was ihn zum Widersacher Bismarcks im Kulturkampf machte, der durch die Veröffentlichung des Syllabus Errorum, eines Verzeichnisses moderner theologischer und gesellschaftlicher Anschauungen und Lehren durch Papst Pius IX. im Jahre 1864, die von der Kirche abzulehnen seien, ausbrach. …….

Unter dem Einfluss von Adolph Kolping erkannte er die Bedeutung der Sozialen Frage in der neu entstehenden Industriegesellschaft und bereitete die Hinwendung der katholischen Kirche zur Sozialtätigkeit zum Wohle der Arbeiterschaft vor, die schließlich von Papst Leo XIII. vollzogen wurde. Er gilt damit als Mitbegründer der Katholischen Soziallehre und erhielt den Beinamen „Arbeiterbischof“.

Obwohl der Gesuchte ein Gegner der auf dem 1. Vatikanischen Konzil beschlossenen Unfehlbarkeitserklärung des Papstes war, unterwarf er sich dem Konzilsbeschluss.

Der Gesuchte wurde am 18. Juli 1877 in der Marienkapelle des Mainzer Doms beigesetzt.

Die Personenbeschreibung wurde weitgehend wörtlich dem entsprechenden Artikel bei Wikipedia entnommen.
Der nachfolgende Text stammt aus der Schrift Die Arbeiterfrage und das Christentum aus dem Jahre 1864. Den vollständigen digitalisierten Text finden Sie bei : http://www.digitalis.uni-koeln.de/ ….Den nachfolgenden
Textauszug haben wir dort abgeschrieben und der heutigen Schreibweise angepasst.

Anlässlich seines 200. Geburtstages wurde der Gesuchte unter anderem vom Südwestrundfunk, vom Deutschlandfunk vom WDR durch das Bistum Mainz ausführlich portraitiert und gewürdigt. Entsprechende Spuren finden sich im Internet.  In seinem Buch Christsein heisst politisch sein  unternimmt der Bischof von München und Freising Reinhard Marx den Versuch den Gesuchten für heute lesbar zu machen.   Am 25.Dezember 1811 geboren , der späterer Mainzer Bischof von Ketteler

 Wir wünschen viel Spass beim Recherchieren

Aus dem Text des Gesuchten:

..[21] So war es nicht immer. Diese Zustände des Arbeiterstandes sind vielmehr erst in den modernen Staaten allgemein geworden. Damit urteilen wir noch nicht, wir sprechen nur die Tatsache aus, daß diese Schwankungen in der Lebensstellung des gesammten Arbeiterstandes, demgemäß er mit seiner ganzen Existenz auf den Tagelohn angewiesen, der Tagelohn aber eine Ware geworden ist, deren Preis sich täglich durch Angebot und Nachfrage bestimmt, fast immer nur den Wert des allernotwendigsten Lebensunterhaltes darstellt und oft unter ihn herabsinkt, der Vergangenheit fremd waren, und erst mit der Neugestaltung der staatlichen Verhältnisse seit der Revolution eingetreten sind.

Es ist daher überaus wichtig, auch die Gründe dieser Zustände, die modernen volkswirtschaftlichen Prinzipien, aus denen sie hervorgegangen sind, genau kennen zu lernen. wir können Sie mit voller Sicherheit und unleugbarer Richtigkeit bezeichnen. Wir brauchen dazu nur das Gesagte vor Augen zu behalten und uns die Frage vorzulegen, was die Arbeit zur Ware gemacht hat und was ihren Wert auf die unterste Stufe der Lebensnotdurft herabdrängt.

[22]Der Preis der Ware wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt; Angebot und Nachfrage richten sich nach der Konkurrenz. Die Konkurrenz wird aber auf den höchsten Grad durch Entfernung aller natürlichen und künstlichen Hindernisse gebracht, insbesondere also durch Entfernung aller Schranken, die den Handel behindern. Allgemeine Handelsfreiheit ist daher zugleich Eröffnung der höchsten Konkurrenz, und höchste Konkurrenz drückt den Preis der Ware bis zur äußersten Grenze der notwendigen Porduktionkosten herab. Wenn aus allen Teilen der Welt die Ware auf einen Markt zusammenfließen kann, so wird die wohlfeilste Ware derselben Güte den Sieg davontragen und alle anderen Produzenten entweder verdrängen oder nötigen, denselben Preissatz anzunehmen. Je allgemeiner die Handelsfreiheit, desto allgemeiner die Gültigkeit dieses Satzes, der bei der Leichtigkeit der Verkehrsmittel und der Mitteilung der Preissätze von dem einen Teil der Welt nach dem anderen noch unerbittlicher wird. Nur die Kosten des Warentransportes machen eine kleine Modifikation und bilden eine gewisse natürliche Grenze gegen diesem Gesetze des Freihandelssystems. Die unermeßlichen Erleicherungen im Warentransport heben aber auch diese Schranke fast wieder auf.
Wenden wir das alles auf die zur Ware gewordene Arbeit an, so haben wir mit voller Evidenz den wahren Grund der angegebenen Arbeiterzustände. Der Arbeitslohn wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt, Das Angebot und die Nachfrage richten sich, wie bei der Ware, so auch bei der Arbeit nach der Konkurrenz. Der höchste Grad der Konkurrenz bei dem Angebote muß den Arbeitslohn bis zur ……

[23] äußersten Grenze herabdrücken. Diese wird aber hervorgerufen, wenn alle Schutzmittel der Arbeit entfernt sind. Was die Entfernung aller Handelsgrenzen für die Ware, das ist die Entfernung aller Gewerbegrenzen für den Arbeiterstand. Unbedingte und allgemeine Gewerbefreiheit muß mit mathematischer Notwendigkeit, mit derselben Konsequenz, mit der zwei mal zwei vier macht, die allgemeinste Konkurrenz unter den Arbeitern hervorrufen; die höchste Stufe der allgemeinen Konkurrenz muß aber mit derselben Notwendigkeit den Arbeiterlohn auf die unterste Stufe herabdrücken. Damit haben wir den einen Grund der Lage des Arbeiterstandes in den modernen Staaten ausgesprochen, es ist die allgemeine Gewerbefreiheit……………….

zur Auflösung:   http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=9117246  

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4 Antworten zu geboren am 25.Dezember 1811 , ein Rätsel_zum 200. Geburtstag eines (sozial)politisch engagierten Bischofs

  1. Kalle schreibt:

    Ich hatte Lust ab jetzt auf dem laufenden zu bleiben, aber wo finde ich den Link zum Feed ?

  2. Sebastian schreibt:

    Gefaellt mir gut die Seite. Gute Themenwahl.

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