Science Fiction Klassiker 1 9 8 4 (Film) am 15.1.2012 auf Tele 5 um 20.15h

 
 
  
 
 
 
 
 
 
1984
Meisterwerke
(1984)Sci-Fi, GB 1984, 104 Minuten, FSK 12, [16:9]
Sonntag, 15.01., 20.15 Uhr
Regie: Michael Radford
Drehbuch: Michael Radford, nach dem Roman von George Orwell
Darsteller:
John Hurt (Winston Smith)
Richard Burton (O’Brien)
Suzanna Hamilton (Julia)
Cyril Cusack (Charrington)
James Walker (Syme)
Tagsüber ist Winston ein anständiger Bürger Ozeaniens. Er dient dem Großen Bruder, der seine Untertanen streng überwacht. Nachts jedoch schreibt er heimlich Tagebuch. Und verliebt sich. Als er einen Außenstehenden in diese Liebe einweiht, kommt es zur Katastrophe…
Beklemmendes Zukunftsszenario nach George Orwell.
Auszeichnungen:
Zwei Evening Standard British Film Awards für John Hurt und als Bester Film.
Fantasporo Award für John Hurt und Nominierung als Bester Film.
Goldene Tulpe für Michael Radford auf dem internationalen Filmfestival Istanbul.
BAFTA Award-Nominierung für das Beste Produktionsdesign.
Preis als Bester Darsteller für John Hurt und Richard Burton auf dem Valladolid International Film Festival.
Kritik:
„Werkgetreue Neuverfilmung des Romans von George Orwell, die hart und direkt mit den Schockeffekten der Vorlage die Vision eines totalitären Überwachungsstaates entfaltet, zugleich aber auch Ästhetik und Lebensgefühl der englischen Nachkriegsgesellschaft im Entstehungsjahr des Romans 1948 heraufbeschwört.“ (Lexikon des internationalen Films)
„Kameramann Roger Deakins (‚Fargo‘) übersetzte den Romanklassiker in beklemmende Bilder.“ (cinema.de)
Hintergrund: Viele der Szenen wurden genau an den Tagen gedreht, an denen sie laut Winstons Tagebuch im Film passiert sind.
‚1984‘ war der letzte Film von Richard Burton. Er war damals schon in einem schlechten Zustand und musste viele Szenen duzendmal wiederholen, bevor sie im Kasten waren.

http://www.tele5.de/1984

über die Romanvorlage (  http://de.wikipedia.org/wiki/1984_(Roman)

Teil 1

Der Roman beginnt mit einem Bild des Alltags in einem dystopischen Überwachungsstaat.

Winston Smith arbeitet im „Ministerium für Wahrheit“ (Propagandaministerium) in London. Sein Leben ist geprägt von Versorgungsproblemen, ständiger Überwachung, Angst und Mangel an persönlichen Beziehungen. Seine Arbeit besteht zum größten Teil darin, im Sinne der Partei Geschichtsklitterung zu betreiben, das heißt unbequeme Fakten und Daten zu manipulieren oder zu löschen und so die historische Wahrheit für die Öffentlichkeit und Nachwelt zu verfälschen. So wie er leben alle ihm bekannten Mitglieder der Äußeren Partei in Ozeanien, einem der drei ‚Superstaaten‘; die beiden anderen sind Eurasien und Ostasien. Deren Existenz ist allerdings nicht belegt, sondern, so vermutet Winston, möglicherweise von der Partei nur vorgetäuscht, um einen andauernden Kriegszustand zu rechtfertigen. Winston fragt sich, ob die häufig in Ozeanien einschlagenden Raketen nicht sogar von der Partei selbst abgefeuert werden.

Innerlich kann sich Winston schon lange nicht mehr mit der Parteidoktrin identifizieren. Er muss seine Meinung geheimhalten, da in Ozeanien nicht nur alle Handlungen gegen die herrschende Partei als Verbrechen gelten, sondern schon der Wunsch zum Widerstand ein sogenanntes Gedankenverbrechen (engl. thoughtcrime) ist. Es fällt Winston besonders schwer, sich angesichts der ständigen Video-Überwachung durch Teleschirme (engl. telescreens, in älteren deutschen Versionen als Televisoren übersetzt), Polizeistreifen, Nachbarn und Arbeitskollegen zu verstellen. Die Mitglieder der äußeren Partei werden so streng überwacht, dass bereits das nervöse Zucken eines Fingers oder ein falscher Blick zur Verhaftung und zum Tod führen kann. Winston beginnt schließlich, seine Gedanken und Meinungen heimlich in einem Tagebuch festzuhalten.

Als ihm eines Tages bei der Arbeit eine bei der Jugendliga gegen Sexualität engagierte junge Frau namens Julia durch Blickkontakte auffällt, vermutet er, dass sie ein Mitglied der Gedankenpolizei (der Geheimpolizei des Systems) ist.

Winstons großes Interesse für die Vergangenheit treibt ihn immer wieder in die Elendsviertel der Proles (Proletarier). Der Inhaber eines Kramladens, Mr. Charrington, zeigt ihm eine Glaskugel, die eine Koralle umschließt. Winston ist sofort von der Kugel, einem Stück Vergangenheit, fasziniert und kauft sie. Auch sein Tagebuch kaufte er in diesem Laden. Mr. Charrington führt Winston später in ein möbliertes Zimmer, welches keinen überwachenden Teleschirm zu besitzen scheint. Von dem Zimmer ist er so angetan, dass er es am liebsten mieten möchte; doch auch das ist bereits ein gefährlicher Gedanke, den er wieder verwirft, als er sich dessen bewusst wird.

Teil 2

Dieser Teil handelt von Winstons Weg in den inneren Widerstand und endet mit seiner Verhaftung durch die Gedankenpolizei.

Auf dem Weg von Charringtons Kramladen nach Hause begegnet er wieder der jungen Frau. Für ihn besteht jetzt kein Zweifel mehr, dass sie ein Mitglied der Gedankenpolizei ist. Ein paar Tage später begegnet er ihr im Wahrheitsministerium ein drittes Mal. Gerade als sie an ihm vorbeigehen will, stürzt sie. Als Winston ihr wieder auf die Beine hilft, steckt sie ihm heimlich einen kleinen Zettel zu. Weil Winston sich in der Nähe eines Teleschirms befindet, wartet er, bis er seinen Arbeitsplatz wieder erreicht hat, bevor er es riskiert, den Zettel zu lesen: „Ich liebe dich“ lautet ihre Botschaft an ihn.

In den nächsten Tagen versucht er mehrfach vergeblich, Kontakt mit der jungen Frau aufzunehmen. Eines Tages aber sitzt sie allein an einem Tisch in der Kantine und Winston setzt sich dazu. Zuerst wagt er nicht, sie anzusprechen, denn überall überwachen sie die Teleschirme. Daher können sie nur wenige Worte miteinander wechseln. Er erfährt, dass sie eine heimliche persönliche Rebellion gegen die Partei führt. Nachdem sich die beiden einige Male in aller Heimlichkeit und unter großen Mühen auf dem Lande getroffen haben, stimmt Julia zu, das Zimmer über Mr. Charringtons Laden zu mieten, um ihre Zweisamkeit ausleben zu können. Dort sehen und lieben sie sich von nun an öfter. Auch das ist ein Schwerverbrechen, weil Sexualität nur der Fortpflanzung dienen darf und schrittweise durch künstliche Befruchtung ersetzt werden soll.
Winston erzählt Julia von O’Brien, einem Mitglied der inneren Partei, das er ebenfalls für einen Regimegegner hält, da dessen Verhalten ebenfalls leicht von der Norm abweiche. Mit Julia besucht er O’Brien in dessen Wohnung. Zwar hängt auch bei ihm ein Teleschirm, der aber wenigstens für kurze Zeit abgeschaltet werden kann. Auf diese Weise können die drei eine halbe Stunde lang scheinbar unbeobachtet miteinander sprechen. O’Brien gibt sich als Mitglied der Untergrundbewegung Die Bruderschaft aus. Auf Vermittlung O’Briens erhält Winston ein Exemplar des berüchtigten Buches Die Theorie und Praxis des oligarchischen Kollektivismus, geschrieben vom Staatsverräter Emmanuel Goldstein. Vor seiner Verhaftung kommt Winston dazu, das erste und das dritte Kapitel des Buches zu lesen. Im Grunde findet er dort nur eine deutliche Beschreibung von Dingen, die ihm ohnehin schon klar waren, und stellt fest: „Das Wie verstehe ich, aber nicht das Warum“. Später erfährt er, dass O’Brien Mitverfasser des Buches ist.
Am selben Tag noch besprechen Winston und Julia ihre gemeinsame Zukunft. Während Julia von einem glücklichen Leben zusammen mit Winston im Untergrund träumt, möchte Winston um jeden Preis die Partei bekämpfen. Dabei ist ihm klar, dass man sie dann bald aufspüren, foltern und liquidieren wird. Tatsächlich wird ihr Zimmer im gleichen Augenblick umstellt und aufgebrochen. Nun stehen sie das erste Mal wissentlich einem Mitglied der Gedankenpolizei gegenüber: Mr. Charrington, dem Besitzer des Ladens, der sie die ganze Zeit über durch einen hinter einem Wandbild verborgenen Teleschirm beobachten lassen hat.

Teil 3

Dieser Teil beschreibt die Gefangenschaft Winstons, seine Folter und Umerziehung sowie das Geschehen nach seiner Freilassung.

Nach seiner Verhaftung wacht Winston in einem fensterlosen, ständig hell beleuchteten Raum auf. Er vermutet, dass man ihn ins „Ministerium für Liebe“ gebracht hat. Alle Wände sind weiß gekachelt, an jeder befindet sich ein Teleschirm. Rund um den Raum zieht sich an der Wand entlang eine Bank, gerade breit genug zum Sitzen und einzig durch eine Toilette gegenüber der Tür unterbrochen. Ständig kommen neue Gefangene in Winstons Zelle und werden wieder abgeholt. Auch Winston wird von Zeit zu Zeit verlegt. Er erfährt von einem mysteriösen Zimmer 101, vor dem alle Angst haben. Winston verliert durch das ständige Licht und den fehlenden Tagesrhythmus bald das Zeitgefühl. Er bekommt kaum zu essen und magert zusehends ab.

Zu Beginn durchläuft Winston einige routinemäßige Verhöre. Der zuständige Offizier ist O’Brien, der bis dahin vorgegeben hatte, Mitglied der Bruderschaft zu sein, in Wahrheit aber zur Parteispitze gehört. Zunächst muss Winston die üblichen Geständnisse (u.a. Spionage, Sabotage, Unterschlagung und Mord) unter ständiger Folter ablegen. Bald wird daraus eine Gehirnwäsche. Stück für Stück zerlegt O’Brien das Weltbild des intellektuell unterlegenen Winston. Wenn er uneinsichtig ist, sich dumm stellt oder lügt, fügt ihm O’Brien Schmerzen durch eine Art Streckbank zu. Bisweilen lässt O’Brien Winston auch Medikamente gegen den Schmerz geben. Um Winston zu demonstrieren, dass die willkürliche Steuerung des Erinnerungsvermögens bei genügender Anstrengung möglich ist, lässt er ihm einen Elektroschock durch den Kopf verabreichen, der Winstons Langzeitgedächtnis vorübergehend beeinflusst.

O’Brien erklärt Winston die einzelnen Schritte der Umerziehung: lernen, verstehen und akzeptieren. Um Winstons Widerstand gegen das System zu brechen, will O’Brien seinen Willen manipulieren. Dazu zwingt O’Brien ihn, seinen von den Folterungen zerschundenen und ausgemergelten Körper im Spiegel zu betrachten. Da sich Winston als Streiter für die Menschheit begreift, versucht man ihm so klar zu machen, dass Gegenwehr zwecklos ist, da die Menschheit der Partei Ozeaniens (sowie Ostasiens und Eurasiens) ebenso ausgeliefert sei wie er selbst. Angewidert von sich selbst, empfindet Winston seinen Anblick als kläglich und würdelos („verstehen“) und nimmt die nährende Hand der Partei dankbar an („akzeptieren“).

Winston erhält von nun an wieder genug zu essen und wird gesund gepflegt. Man fertigt ihm sogar ein neues Gebiss an. Während er sich körperlich erholt, trainiert er sich im Zwiedenken (in neueren deutschen Ausgaben: Doppeldenk) und Verbrechenstopp (in neueren Ausgaben mit Delstop übersetzt) und übt, seinen eigenen Geist zu überlisten. Winstons Umerziehung scheint dem Ende zuzugehen. Doch als er eines Nachts im Traum laut nach Julia ruft, erkennt O’Brien, dass Winston nach wie vor den „großen Bruder“ (im englischen Original „Big Brother“, Synonym für die gesamte Überwachung) verabscheut und seine Liebe zu Julia ungebrochen ist. Er wird in das berüchtigte Zimmer 101 gebracht.

In Zimmer 101 erwartet jeden Menschen seine persönliche Hölle. Da O’Brien von Winstons panischer Angst vor Ratten weiß, lässt er zwei ausgehungerte Exemplare in einer Art Käfig direkt vor Winstons Gesicht befestigen und droht damit, die Käfigtür zu öffnen. Um diese Gefahr abzuwenden, opfert Winston das letzte Gut, das ihm von seinem ursprünglichen Selbst noch geblieben ist: seine Liebe zu Julia. Er verrät sie, indem er O’Brien anfleht, diese Folter nicht ihm, sondern Julia anzutun. Damit ist sein innerer Widerstand endgültig gebrochen.

Nach der Entlassung verbringt Winston viel Zeit beim Schachspiel in einem heruntergekommenen Café. Er trifft Julia noch ein letztes Mal. Auch sie zeigt Spuren der Folter, eine Narbe verunstaltet ihr Gesicht, und ihr ehedem athletischer Körper ist unförmig geworden. Sie eröffnet Winston, ihn verraten zu haben, und gesteht ihm, dass die Partei es verstanden habe, ihre Gefühle für ihn zu zerstören.
Später ertappt sich Winston dabei, wie er, von der Propaganda angestachelt, gemeinsam mit der Masse beim Betrachten der Kriegsberichte mitfiebert. Er erkennt, dass er von seiner lebenslangen Auflehnung gegen die Gemeinschaft geheilt ist. Das Buch endet mit seiner Todesvision: Während die Gedankenpolizei seine Exekution vorbereitet, bekennt Winston unter Tränen, dankbar und demütig seine Liebe zum Großen Bruder, der ihm half, den Sieg gegen sich selbst zu erringen. Seine Seele war weiß wie Schnee, die Gehirnwäsche erfolgreich.

http://de.wikipedia.org/wiki/1984_(Roman)   
 
 im bestand der stadtbücherei heppenheim

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