Veranstaltungen des Martin Buber Hauses ab August 2012

Jesus- Brücke und Kluft„: Vorträge am 28.8.2012; 7.9.2012; 26.10.2012;
Wenn nicht anders vermerkt, finden die Vorträge im Martin-Buber-Haus (Werlestr.2, 646464 Heppenheim) statt.

Dienstag, 28. August, 20.00 Uhr: „Jesus von Nazareth zwischen Juden und Christen„ Referentin: Prof. Ruth Lapide, Frankfurt.

Ort: Alte Sparkasse Erdgeschoss (Laudenbacher Tor 4, 64646 Heppenheim)

„Nichts, was Jesus tat, lehrte oder unterließ, sprengte die Grenzen des Judentums„ (Prof. Ruth Lapide).
Jesus richtete sich Zeit seines Lebens nach der Tora und predigte sie auf seinen Reisen in den Synagogen von Galiläa und des gesamten heiligen Landes. Die Liebe zu Gott und dem Nächsten waren – wie in der Tora gefordert – zentrale Themen seiner Lehre. Wie ist Jesus also zu sehen: Als Jude oder als Christ? Lässt sich diese Frage durch einen kritischen Blick in die Bibel beantworten? Prof. Ruth Lapide, die Grenzgänge nicht scheut und eine ausgezeichnete Kennerin sowohl jüdischer als auch christlicher Schriften ist, wird in ihrem Vortrag versuchen, darauf zu antworten. Der Dialog zwischen Juden und Christen ist ihr – ganz im Buber´schen Sinne – ein zentrales Anliegen, dem sie ihre Bücher und Vorträge widmet. Zu ihren vielen Ehrungen gehören u.a. das Bundesverdienst-kreuz und der hessische Verdienstorden. An den Vortrag schließt sich eine Diskussions- und Fragerunde an.

Freitag, 7. September, 20.00 Uhr: „Der Jesus-Skandal„
Referentinnen: Birgit Geimer (Erwachsenenbildung im evangelischen Dekanat Bergstraße) und Birgit Meurer (Regionale Bildung im Martin-Buber-Haus)

Ort: Saalbau-Kino, Wilhelmstr. 38, 64646 Heppenheim
Als das Bild „Der zwölfjährige Jesus im Tempel„ von Max Liebermann erstmalig 1879 bei der Internationalen Kunstausstellung im Münchner Glaspalast der Öffentlichkeit präsentiert wurde, ging ein Schrei der Entrüstung durch Presse und Kunstkritik. Was war geschehen? Liebermann hatte Jesus als jüdischen Jungen inmitten ostjüdisch gekleideter Rabbinen portraitiert. Der Vortrag erzählt in Bildern die Geschichte dieses „Jesus-Skandals„ und vermittelt anhand seiner zeitgenössischen Rezeption einen Eindruck von christlichem und jüdischem Selbstverständnis und antisemitischen Strömungen in der damaligen Gesellschaft.

September 2012: Interkulturelle Woche Heppenheim
„Herzlich Willkommen- Wer immer du auch bist!„
Dienstag, 25. September, 20.00 Uhr: „Muss i denn zum Städele hinaus – Auswanderung und ihre Hintergründe„. Referentin: Birgit Meurer (ICCJ, Heppenheim); Ensemble der Musikschule Heppenheim.
Bessere berufliche Chancen, Unabhängigkeit, Sonne und Meer, unberührte Natur vor der Haustür – das sind einige der Beweggründe, die Auswanderer angeben, wenn sie Deutschland heute hinter sich lassen. Selbst eine Fernsehserie berichtet vom Glück und Unglück der Familien, die den Weg in die Ferne gesucht haben. Was bewegte Deutsche in früheren Zeiten zur Auswanderung? Waren ihre Motive ähnlich denen der Menschen, die heute nach Deutschland emigrieren? Der Vortrag versucht, Parallelen aufzuzeigen.

Oktober

Freitag, 26.Oktober, 20.00 Uhr: „Frühe Wurzeln von Christentum und Islam„ Referent: Pfarrer Dr. Andreas Goetze, Berlin.

Vielleicht sind historisch interessierten Christen die Nestorianer und damit Nestorius ein Begriff, aber bei Namen wie Apharat, Ephraem dem Syrer oder gar Theodor von Mopsuesta bewegt man sich auf unbekanntem Terrain. Nicht nur die Namen dieser östlichen Kirchenväter muten fremd an, auch viele Bräuche und Traditionen würden aus westlicher Sicht eher dem muslimischen Glaubenskreis zugerechnet werden. Dabei sind die östliche Kirche und das arabische Christentum räumlich und zeitlich eng mit Jesus und seinem Wirkungskreis zu Lebzeiten verbunden. Einblicke in diese orientalisch – faszinierende Glaubenswelt und ihre Verbindung zum Islam gibt der Referent Dr. Andreas Goetze. Nach einem Studium der Evangelischen Theologie, Judaistik und Philosophie führte ihn sein Interesse für die Islamwissenschaften und das orientalische Christentum an die Near East School of Theology in Beirut und nach Jerusalem. Dr. Goetze ist Autor des Buches „Religion fällt nicht vom Himmel – Die ersten Jahrhunderte des Islam„**.

Der gesamte Rundbrief Juli 2012 mit weiteren Veranstaltungshinweisen und links als pdf:

https://ffduseh.files.wordpress.com/2012/07/rundbrief-martin-buber-haus-2-halbjahr-2012.pdf

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**Sehr kontrovers beurteilt wird das Buch von Andreas Goetze bei amazon;  lesenswert:

http://www.amazon.de/product-reviews/3534241800/ref=cm_cr_dp_see_all_btm?ie=UTF8&showViewpoints=1&sortBy=bySubmissionDateDescending

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