occupy money : Aufruf an den Gemeinbürger ( zur Diskussion)

Aufruf an den Gemeinbürger

 Wenn unsere Leitideen sind, dassGeld unserer Wirtschaft dienen soll, dass die Wirtschaft unserer Gesellschaft dienen soll und dass die Gesellschaft uns Menschen dienen soll

dann haben wir folgende Fragen:

  • kann Geld arbeiten oder  können nur Menschen und Maschinen arbeiten?
  • Geld wird verzinst und die Zinsen werden wieder verzinst. Der Zinseszins-Effekt lässt die Geldvermögen exponentiell wachsen. Muss deshalb unser Finanzsystem irgendwann zusammenbrechen?
  • Geschieht eine Geldvermehrung von fleißig und arm in Richtung reich und unproduktiv automatisch oder ist sie politisch steuerbar?
  • Ist eine Geldvermehrung bei den Reichen auf Dauer mit Demokratie vereinbar?
  • »Alle Macht geht vom Volk aus« verwandelt sich de facto zu einem »Alle Macht geht vom Geld aus« denn die Realwirtschaft und die Politik wird von der Finanzwirtschaft abhängig und erpressbar. Verursachen die Geldvermögen, wenn sie sich mehr und mehr von der Realwirtschaft abkoppeln, irgendwann den Zusammenbruch des Systems?
  • Gefährdet dieses System also die Vermögen der Bürger (Goldreserven, Geldreserven, Renten, Immobilien)?
  • Gefährdet dieses System also die klein- und mittelständische Wirtschaft?
  • Gefährdet dieses System also den „vermögenden“ Mittelstand?
  • Gefährdet dieses System also die öffentliche Infrastruktur?
  • Gefährdet dieses System also die Zukunftsfähigkeit unseres Landes?
  • Gefährdet dieses System also das Überleben unserer Kinder und Enkel?
  • Haben wir also ein systemisches Problem??
  • Brauchen wir eine neue Geldordnung?

    Wir haben durchaus eine Meinung zu diesen Fragen. Viele Menschen haben eine Meinung dazu. Einige haben auch Initiativen gegründet und zu einer öffentlichen Auseinandersetzung beigetragen. Wir stellen fest, daß diese Initiativen an einem Scheidepunkt sind.
    Ist es sinnvoll, den eigenen Weg zum „Schlüssel zur Lösung des Problems“ weiterzugehen oder ist es sinnvoll, einen Weg der Koordination und  Integration zu gehen, zu professionalisieren, aus dem bestehenden System heraus Menschen und Ressourcen zu gewinnen, praktische Alternativen zu entwickeln, um alle qualitativ weiter voranzubringen?
    Wir sind für den zweiten Weg. Deshalb rufen wir auf, gemeinsam den oben gestellten Fragen und Herausforderungen nachzugehen und schlagen vor, sie entlang von folgenden politisch-gesellschaftlichen Thesen zu ergründen und Lösungen zu finden:

  • Den Souverän souverän machen, d.h. den Bürger aufklären, ihn teilnehmen zu lassen an der notwendigen Diskussion, damit er freie Entscheidungen treffen kann
  • Den Staat wieder zum Souverän über die Wirtschaft machen, d.h. die staatliche Kompetenz zu stärken und notwendigen Regulierungen politisch durchsetzen
  • Die „Geld“kompetenz der Parteien und damit der Parlamente stärken
  • Die Demokratie, d.h. Parlamente und Bürgerinitiativen zu stärken
  • Die verfassungsgemäße Aufgabe der Parteien, an der Willensbildung des Volkes mitzuarbeiten, stärker wahrzunehmen
  • Die Marktwirtschaft beim Geld zu entwickeln
  • Die soziale und ökologische Marktwirtschaft mit Geld zu entwickeln
  • Geld in seiner nützlichen Rolle für die Herausforderungen unserer  Gesellschaft zu entwickeln
  • Die „Glokalisierung“, d.h. die Vorteile der Globalisierung ( Handel, Frieden ) und der Lokalisierung ( räumliche und strukturelle Mitbestimmungsmöglichkeiten ) als 2 Seiten einer Medaille zu entwickeln
  • Ein Europa der gemeinwohlorientierten Gesellschaft weiterzuentwickeln, die die Solidarität der Generationen, qualitatives Wachstum und eine faire Internationale Entwicklung fördert
  • Bürger: macht aus Unwissen Wissen – macht aus Ohnmacht Macht – macht aus Schulden Investitionen
  • werdet Geldfachleute – redet über Geld – informiert euch – entwickelt Geldbewußtsein – werdet von   „bürgenden“ Bürgern zu „vermögenden“ Bürgern – schließt euch zusammen
  • werdet Geldinitiatoren, stärkt bestehende Modelle – multipliziert erfolgreiche Modelle – erprobt neue Modelle
  • werdet Geldunternehmer – Investiert in gemeinwirtschaftliche Modelle

 Die gute Nachricht: Es gibt Ansätze und Alternativen!

Es gibt bereits viel ehrenamtliches Engagement – Es gibt eine genossenschaftliche Tradition entstanden aus der Arbeiterbewegung – Es gibt unsere öffentlich-rechtlichen und genossenschaftlichen Banken – Es gibt Privatbanken, die durch ethisches Investment nachhaltige Strukturen fördern – Es gibt Stiftungen mit Gemeinwohlorientierung – Es gibt neue Formen der gesellschaftlichen Teilhabe, z.B. Attac, Occupy – Es gibt Gemeinwohlinitiativen, die theoretisch und praktisch in neuen Feldern agieren, z.B. für ein Grundeinkommen, für  eine Gemeinwohlbilanz, Tauschbörsen – Es gibt Komplementärgelder als Regional- oder Sektoralgelder, die die Marktmacht des bestehenden Geldes einschränken, aber das Gesamtsystem durch eine größere Vielfalt stabilisieren und als ergänzende Zukunftsmodelle wirken – Es gibt die Idee der Monetative als 4. Gewalt

  • Die Kommunen können Start-ups für komplementäre Währungen gründen oder unterstützen – Start-ups professionalisieren helfen – Begleitforschung initiieren – Steuern und Gebühren in neuen Währungen akzeptieren – eigene Regionalwährungen ausgeben – eigene Währungen mit anderen vernetzen und austauschbar machen
  • Das Land kann die Aufgaben der Landeszentralbanken überprüfen – zinsfreie Leih- und Sparsysteme einführen – Öffentliches Geld zinsfrei oder zinsreduziert anbieten – komplementäre Währungen legalisieren
  • Der Bund kann gesellschaftlich notwendige Aufgaben ( z.B. Bildung, Pflege ) als systemisch relevant erklären – Rettungsschirme dafür aufmachen – Die Rolle der Zentralbank stärken und zur Monetative also 4. Gewalt im Staat machen – Durch eine Änderung des Kreditwesengesetzes neue Geldinitiativen legalisieren und stärken – Durch eine Änderung der Steuergesetze geldwerte Vorteile für alle schaffen – Modellprojekte und Begleitforschung unterstützen

Aufruf an die Politik:Stärkt die „Geld“kompetenz eurer Mitglieder – Überprüft eure Programme – Unterstützt Initiativen auf allen Ebenen – Integriert das Thema „Geld“ in den Bildungskanon – Schafft das Primat der Politik

Warum ist diese Initiative in Frankfurt notwendig  und möglich?

  • In keiner deutschen Stadt sind die Gefahren größer – durch die Abhängigkeit von Banken ( Gewerbesteuer ) – durch die Herausforderung, wirtschaftliche Alternativen zu Banken zu entwickeln ( Regulierung führt zu Gewerbesteuerverlusten von bis zu 30%) – durch die Macht der Banken und ihrem Erpressungspotential
  •  Gleichzeitig ist in keiner deutschen Stadt das öffentliche Potential größer – durchdie Paulskirche als Symbol demokratischer Tradition – die 68er_Bewegung als Symbol alternativer Tradition – die Stiftungen als Symbol breiter Bürgertradition – die Stiftung polytechnische Gesellschaft e.V. als größte deutsche Stiftung aus der Finanzbranche ( hervorgegangen aus dem Verkauf der Frankfurter Sparkasse ) – durch das Knowhow von wissenschaftlichen Institutionen – durch das Know-how tausender Beschäftigter in Banken und anderen finanzpolitischen Institutionen, vor allem durch die Präsenz der EZB, der Bundesbank und von Banken, die im bestehenden System einen gemeinwohlorientierten Weg suchen.

Wir rufen dazu auf, unsere Initiative zu unterstützen:

1.  als Plattform für Aktive im Rhein-Main-Gebiet, die eine neue Geldordnung wollen

2.  als Plattform für ein Netzwerk bestehender Initiativen, die für eine neue         Geldordnung eintreten

3.  als Veranstaltungsreihe „Occupy Money“, die dazu beitragen soll, aufzuklären,  mehr Öffentlichkeit herzustellen, zu vernetzen, Grundlagen für politische Initiativen zu schaffen und Strukturen zu initiieren und zu fördern, die unsere Gesellschaft qualitativ verbessern und sichern.

quelle und mehr : occupy money

dazu auch interview auf deutschlandradio kultur: man kann nicht schulden mit schulden erledigen

 

 

 

 

 

http://occupymoney.de/html/initiative.html

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter aufruf an den gemeinbürger veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.