DSE Buchtipp: Prof. Dieter Otten, die 50+ Studie

Dieter Otten

Die 50+ Studie

Wie die jungen Alten die Gesellschaft revolutionieren

Eine gesellschaftliche Lawine rollt auf uns zu, und wir werden Zeugen einer Veränderung, deren Folgen unser Land umkrempeln werden. Schon sehr bald wird mehr als die Hälfte der Deutschen über 50 Jahre alt sein, und als gesellschaftliche Mehrheit werden sie das Leben in unserem Land besteimmen. Werden die jungen Alten zwischen 50 und 70 die Gesellschaft revolutionieren? Dieses Buch ist das erste, das die Veränderungen umfassend beschreibt – verblüffend.

ÜBER DIE AUTOREN

Dr. Dieter Otten (64) ist Professor für Soziologie an der Universität Osnabrück. Seit Mitte der 80er Jahre hat er sich mit dem Thema Alter und Gesellschaft beschäftigt. Seit 2006 leitet er die Forschungsgruppe 50+. Zuvor hat Prof. Otten Systeme für…
 
 
aus der Leseprobe:
Keine Altersgruppe wird derzeit stärker unter die Lupe genommen
als die Generation «50+». Die Hinwendung zu dieser Zielgruppe
hat – spätestens seit sie Titelthema von Nachrichtenmagazinen
geworden ist – schon fast Züge von Medienrummel
angenommen. Im April 2008 widmete sich die ARD der Sache
gar mit einer ganzen Themenwoche. In den Lektoraten der
Verlage, in den Werbeetagen und Redaktionsbüros war noch
vor Jahr und Tag die Vorstellung weit verbreitet, Deutschland
drohe ein überaltertes Pflegeheim zu werden. Doch dann hat
2004 eine vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend in Auftrag gegebene Studie des DIW (Deutsches
Institut für Wirtschaftsforschung) den Beleg erbracht, dass die
zahlenstarken Altersgruppen zwischen 50 und 70 alles andere
als verelendet seien, sondern eine überaus lohnende Zielgruppe,
die im Schnitt deutlich wohlhabender sein dürfte als
der Rest der Gesellschaft. Doch anders als es Tradition unter
Deutschlands Senioren ist, seien diese Älteren nicht länger willens,
ihren Wohlstand für die Enkel zu horten und sich selbst
nur das wenigste zu gönnen…………“
 
„Das Sachbuch zur Studie
Das vorliegende Buch versteht sich als «Sachbuch zur Studie».
Es ist nicht der Forschungsbericht, der an anderer Stelle erscheint,
erreichbar über…die ….Homepage http://www.die50plusstudie.de/
Das Buch ist demgegenüber eher wie eine Reportage konzipiert.
Es wendet sich nicht an ein wissenschaftliches, sondern
an ein breites politisch und sachinteressiertes Publikum. Außerdem
konzentriert sich das Sachbuch auf allgemeingültige
Fragestellungen und lässt bestimmte Aspekte außen vor. Es
ist von daher eher «journalistisch» angelegt. Es berichtet über
die Studie der Universität Osnabrück (UOS-Studie) wie auch
über andere Studien und stellt die Ergebnisse in theoretische
und politische Kontexte, die in der Studie thematisiert werden.
Wer dennoch die wissenschaftliche Argumentation suchen und
hinter die Kulissen des Sachbuches blicken möchte, kann jederzeit
zur Studie als wissenschaftlicher Publikation im Internet
greifen, wo sie für jeden zur Verfügung steht. Und ganz zum
Schluss hat ein Sachbuch immer auch die Aufgabe, auf eine
besondere Weise zu unterhalten. Ein wissenschaftliches Sachbuch
sollte daher auch ein wenig spannend sein. Das kann es
aber nur, wenn die Themen, um die es geht, fesselnd, spannend,
unterhaltend, aufklärend und politisierend sind…….“
 
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über Dieter Otten

Ottens Forschungsthema in der theoretischen Soziologie ist die Schnittstelle zwischen Technologie und Gesellschaft. Im Zentrum stand zunächst die Erforschung der »Produktivkraftentwicklung« aus marxistischer und nicht-marxistischer Sicht, was im ersten Teil seines Werkes »Die Welt der Industrie« (1985) zu einem Verständnis der Industriellen Revolution als eines vielschichtigen Prozesses führt, der bereits im späten Mittelalter, ausgehend von Oberitalien, beginnt. Im zweiten Teil entwickelte Otten das Konzept einer »post-fordistischen« Informationsgesellschaft im Spannungsverhältnis zur Lohnarbeitergesellschaft. Daneben spielten empirische Studien eine wichtige Rolle, so die Erforschung des Wahlverhaltens jugendlicher Wähler im Prozess der deutschen Einigung (New Kids on the Box, 1992), so die Analyse der Geschlechterbeziehung in der permissiven Gesellschaft (Männerversagen, 1998). In den 1990er Jahren begann Otten mit der Erforschung der Jahrgänge 1939 bis 1964, die er mit der 50+ Studie von 2008 als Akteure eines Alters-Werte-Wandels identifizierte. Dieses Ergebnis führt zu einem Paradigmenwechsel in der Betrachtung des demographischen Wandels: er verläuft völlig anders als erwartet. Zwar werden die Menschen älter, aber auch der Alterslimes verschiebt sich nach oben. Und das Altersverständnis der Moderne verändert sich so dramatisch, dass »Alter« heute keine relevante soziologische Kategorie mehr sein kann (Die 50+ Studie, 2008). 1998 begann Otten parallel zur Beschäftigung mit der Informationsgesellschaft die Erforschung der Internetwahlen. Daraus ging in Zusammenarbeit mit Jürgen Küntzler (†2006) das Protokoll eines sicheren und anonymen Online-Wahlsystems sowie das Wahlsystem »i-vote« hervor, ein technisch durchaus machbares und sicheres Internet-Wahlverfahren. Das Ergebnis der Assessment-Forschung aber ergab, dass Internetwahlen verfassungspolitisch solange problematisch bleiben müssen, wie es nicht gelingt, ein digitales Äquivalent zur Öffentlichkeit der Gesellschaft zu schaffen (i-vote Report, 2004-6).

quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Otten

 
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