75 Jahre Progromnacht_und was danach geschah_Gedenken in Heppenheim

Der Schweigekreis traf sich am Gedenkstein für die während des Naziregimes umgekommenen Heppenheimer Juden.

Gedenkstein Heppenheim

bildquelle : alemannia judaica
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Informationen zu den aufgeführten Personen finden sie unter anderem im
Gedenkbuch beim Bundesarchiv ,in der zentralen Namensdatei von Yad Vashem .

metzendorfDer frühere Heppenheimer Bürgermeister Wilhelm Metzendorf befaßt sich  in einem bereits 1982 erschienen Buch  mit der Geschichte der Heppenheimer Juden. Das Buch enthält unter anderem eine Liste der 1933 – 1943 in Heppenheim wohnhaften Juden

Die Vorsitzende des neugegründeten Vereins
Stolpersteine Heppenheim e.V.“ – Erinnern für die Zukunft
erklärte auf einer Veranstaltung mit dem Zeitzeugen Schlomo Samson
der Verein plane für 2014 die Verlegung erster Stolpersteine für
die in Heppenheim ansässig geweseneZum Beispeiel Heppenheim_01 Familie Sundheimer.
Der Verein sucht noch Mitstreiter.
Wer Mitglied werden möchte oder wer
Informationen über die einstigen jüdischen
Mitbürger oder Dokumente besitzt oder sich selbst
noch erinnern kann der kann sich wenden an:

Kontakt:

sabinefraune@web.de

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Reichsprogromnacht…danach: Verbringung von Juden nach Dachau, Sachsenhausen und Buchenwald

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 gingen in Deutschland mehr als 1.400 Synagogen in Flammen auf. Tausende von jüdischen Geschäften und Betrieben wurden ausgeraubt und zerstört. Der gängigen Zählung zufolge wurden im Laufe des Pogroms 91 Juden ermordet. In den darauffolgenden Tagen wurden etwa 30.000 jüdische Männer von der deutschen Polizei verhaftet und in die Konzentrationslager Dachau, Sachsenhausen und Buchenwald gebracht. Hunderte von jüdischen Gefangenen kehrten nicht aus diesen Lagern zurück……………..(aus dem Einleitungstext zu einer „Ausstellung“ auf der Internetseite der Behörde zum Gedenken an die Märtyrer und Helden des Holocaust )

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Ausreise wird immer schwieriger

Unmittelbar nach den gewalttätigen Vorgängen der Novemberpogrome entschlossen sich zahlreiche jüdische Menschen, Nazi-Deutschland zu verlassen. Doch war dies nur unter erschwerten Bedingungen möglich: Es musste ein Land gefunden werden, das ein Visa zur Aufnahme von Flüchtlingen erteilte.  Einige Monate zuvor hatte auf Initiative des amerikanischen Präsidenten eine internationale Konferenz in Evian stattgefunden, auf der 32 Staaten darüber beraten hatten, wie die Situation jüdischer Verfolgter verbessert werden könnte. Die meisten Staaten lehnten besondere Möglichkeiten ab, die internationale Staatengemeinschaft versagte. Für viele der Verfolgten begann ein jahrelanger verzweifelter Prozess der Suche nach Möglichkeiten auszuwandern.
Die Novemberpogrome 1938 waren für die jüdischen Deutschen das Schlimmste das sie seit Beginn der NS-Diktatur erlebt hatten, ihre schrecklichsten Vorstellungen waren übertroffen worden. Aus der heutigen Perspektive stellen sich die Novemberpogrome als „Anfang vom Ende“ dar. Die reichsweiten gewaltsamen Verschleppungen in Ghettos und Vernichtungslager in den von Deutschland besetzten Gebieten begannen Mitte Oktober 1941.   (aus : Novemberprogrome 1938 , Pädagogisches Zentrum , Fritz Bauer Institut, FFM)

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die strafverfolgungLiteraturhinweis:
Die Bewertung der Verfolgung von NS-Kriminalität im Nachkriegsdeutschland ist umstritten. Es lassen sich für eine energische Verfolgung gleichermaßen zahlreiche Beispiele finden wie für nachlässige oder unterlassene Ermittlungen. In Hessen, wo die Strafverfolgung mit Unterstützung der Amerikaner schon im Sommer 1945 einsetzte, wurden alle NS-Prozesse als historisch wertvoll eingestuft und die Akten den Staatsarchiven übertragen. Die Bestände im Staatsarchiv Darmstadt umfassen alle Arten von NS-Kriminalität, beginnend mit den Verbrechen während der Machtergreifung über die Verfolgung der Juden – mit dem Schwerpunkt der Reichspogromnacht – bis hin zu Deportation und Euthanasie und Verbrechen während der Endphase des NS-Regimes. Ziel der vorliegenden Studie war, alle Verfahren für einen geschlossenen geographischen Raum, nämlich den Landgerichtsbezirk Darmstadt, vollständig zu dokumentieren und einer Analyse zu unterziehen. Trotz einiger Unzulänglichkeiten kann im Ergebnis festgehalten werden: Nahezu jedem strafrechtlich relevanten Vorgang wurde energisch nachgegangen. Auch die Entnazifizierung stellte für die lokalen Täter der Pogromnacht eine wirksame Sanktion dar.

Von Dr. Volker Karl Hoffmann       zitiert aus: http://www.esv.info/978-3-503-13756-5

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Die Massen-Deportationen von Juden aus Hessen 1941-42

Aus mehr als 250 Dörfern und Städten der hessischen Gebiete des Volksstaats Hessen und der preußischen Provinz Hessen-Nassau (im weiteren Hessen genannt), wurden von Oktober 1941 bis September 1942 in einem Zeitraum von nur elf Monaten in 15 Massendeportationen mehr als 15.500 jüdische Menschen verschleppt.

Die allgemeinen Deportationen der jüdischen Deutschen aus dem Deutschen Reich begannen Mitte Oktober 1941. Organisiert und durchgeführt wurden sie vom Reichssicherheitshauptamt (RSHA) in Berlin, der Zentrale antisemitischer und rassistischer Verfolgung und Vernichtung, deren Führungscorps als die „Kerngruppe des Genozids“ (Michael Wildt)* anzusehen ist.  Die regional agierenden Gestapoleitstellen waren ihm unterstellt.

In Hessen waren diese in Frankfurt, Darmstadt und Kassel:
– die Gestapo Frankfurt war zuständig für Frankfurt und den restlichen Regierungsbezirk Wiesbaden,
– die Gestapo Darmstadt für den Volksstaat Hessen mit den Provinzen, Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen und
– die Gestapo Kassel war zuständig für das Gebiet des Regierungsbezirks Kassel.

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logoDas Denkzeichen Güterbahnhof Darmstadt erinnert an die Deportationen der Juden, Sinti und Roma 1942/43 in die Konzentrations- und Vernichtungslager Im März 2002 hat sich die Initiative  gegründet. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, auf dem der Deutsche Bahn AG gehörenden Gelände einen Gedenkort zu schaffen, der an die Opfer des Holocaust erinnert, dem Juden, Sinti und Roma zum Opfer gefallen sind. Die Immobiliengesellschaft der Deutschen Bahn AG, Frankfurt, und die Stadt Darmstadt haben das Projekt unterstützt. Die künstlerische Gestaltung übernahmen die Installationskünstler Ritula Fränkel und Nicholas Morris. Chronologie und Zusammensetzung der Deportationen:
(Auf den überlieferten Listen sind statistische Vermerke angebracht, die nachfolgend in den Originalformulierungen wiedergegeben werden)
20. März 1942 nach Piaski-Lublin 1000 Juden
• 27. September 1942 nach Theresienstadt 1288 Juden
• 30. September 1942 in das Generalgouvernement 883 Juden
• 10. Februar 1943 Wohnsitzverlegung nach Theresienstadt

53 Juden und viele Sintifamilien

Hinweis: Unter den in das Transitghetto Piaksi verbrachten Personen befanden sich auch einige jüdische Mitbürger aus Heppenheim. Die Namen finden Sie unter 

20. März 1942 nach Piaski-Lublin 1000 Juden

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Über die  Transit-Ghettos IZBICA, PIASKI und REJOWIEC
Obwohl sich die Aktion Reinhard im Wesentlichen gegen die Juden im Generalgouvernement richtete, gab es auch Opfer aus Deutschland, Österreich, der Tschechei („Böhmen und Mähren“), der Slowakei und anderen europäischen Staaten.
Von März bis Juni 1942 wurden aus dem Ausland 17.000 Juden nach Izbica, 5.000 nach Piaski und 5.000 nach Rejowiec deportiert. Transit-Ghettos wurden auch in Opole Lubelskie, Deblin, Zamosc, Chelm, Wlodawa und Miedzyrzec Podlaski eingerichtet. Alle lagen nahe bei oder direkt an den Eisenbahnstrecken, die nach Belzec oder Sobibor führen; Miedzyrzec Podlaski an der Strecke nach Treblinka.
Überlebende und polnische Zeugen berichteten, dass die Deportierten fest davon überzeugt waren, zum Arbeitseinsatz irgendwo im Osten gebracht zu werden. Daher fragten sie nach der Ankunft oft die Ghettobewohner, wo denn die Fabriken seien, in denen sie arbeiten sollten. Die Bewohner der Ghettos wussten so gut wie nichts über die Existenz von Vernichtungslagern.
Viele Bewohner waren Alte, Frauen und Kinder. Junge, arbeitsfähige Männer wurden bereits vorher bei Selektionen in Lublin von den Transporten separiert. Die SS schickte sie nach Majdanek zur Zwangsarbeit.
In den Transit-Ghettos gab es keine Arbeit, der Distrikt Lublin war nie eine industrielle Gegend. Nur eine kleine Anzahl von Menschen wurde von Izbica nach Augustowka und Bzite geschickt, wo sich Arbeitslager der „Wasserwirtschaftsinspektion“ (WWI) befanden. 
 
quelle und mehr:   http://www.deathcamps.org/occupation/transit%20ghettos_de.html
 
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lesenswert auch : Durchgangsghettos im Distrikt Lublin, Vorzimmer des Todes

Dokumentation nach einem Vortrag von und Interview mit Robert Kuwalek, Historiker der Gedenkstätte Majdanek in Lublin…

http://www.hagalil.com/or/200xxxxx4/01/ghetto.htm
 
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Auszug aus : Remember Jewish Piaski
 
…………The Piaski Ghetto was surrounded by a two-meter wooden fence with fixed barbed wire on top of it. The piaskighetto was initially divided into two parts: one on the northern side of Lubelska Street, the other one on the southern side. The ghetto reached as far as the police station on one side and Ksieza and Strazacka streets on the other side, and from the building of the German military police to the parish church. The ghetto on the northern side was dissolved in 1942 and its residents were moved to the southern section of the ghetto. Around 10,000 people were in the Piaski Ghetto. In February of 1940, 565 Jews from Szczecin were brought, and in December of that year 1,200 Jews from Krakow were brought. In April of 1941, 4,200 Jews from Germany and the Czech Republic were brought to Piaski. And in summer of 1941, 500 Czech Jews arrived in Piaski. On April 25, 1942, 1,000 Jews were brought from Majdan Tatarski. Some of the Jewish population of Lublin was transferred to the Piaski ghetto. Jews from Glusk, southern Germany, and Moravia were also sent to the Piaski ghetto. When the ghetto was permanently locked in [in 1941] those inside were forbidden to leave it. On Sept. 2 and Oct. 25 of 1942, there were transports of 1,000 Jews from the Czech Republic. The number of Jews in the ghetto was the following (estimates only): March of 1941: 4,803 Jews, January of 1942: 4,918 Jews, and May of 1942: 6,166 Jews. The numbers continued to climb and reached a height of around 10,000 by November of 1943.
 
……In March of 1942, 3,400 Jews were sent to Trawniki and then to the Belzec Death Camp. Another transport occurred to the Sobibor Death Camp. The southern part of the ghetto was liquidated in November of 1943.
Of the pre-war Jewish population of the town of Piaski, only 35 of them survived the Nazi occupation. The synagogue was destroyed on July 9, 1944 during the Russian air raids directed at German troops that stationed in the town…….
 
http://chelm.freeyellow.com/piaski.html
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wird fortgesetzt
 
 
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