Darf der Staat den Spass verbieten…über bestehende Tanzverbote an den „stillen Tagen“ in den deutschsprachigen Ländern…Durchsetzung der Leitkultur per Dekret?

Geschichtlicher Hintergrund

Hauptartikel: Feiertage in Deutschland

Bestimmte Tage oder Zeitabschnitte mit religiösen, sittlichen oder traditionellen Tanzverboten hat es in vielen Kulturen gegeben. Dabei bezog sich das Verbot auf bestimmte Zeitabschnitte, für die die Ausgelassenheit des Tanzes als unangemessen galt, im christlichen Kulturkreis auf die Fastenzeiten und besonders auf den mit der Kreuzigung Jesu verbundenen Karfreitag sowie auf die Karwoche. In der Folge des Puritanismus und des Pietismus wurde das Verbot auch auf den Ostersonntag ausgedehnt, da dieser als von weltlichen Vergnügungen freibleiben sollte. Andere Anlässe bilden die mit dem Tod verbundenen Tage, etwa das katholische Allerheiligenfest, der protestantische Totensonntag und der staatliche Volkstrauertag.

In der fränkischen und alpenländischen Volkstanz-Szene wird die Tradition tanzfreier Zeiten im Advent und in der vorösterlichen Fastenzeit bis heute gepflegt; große Tanzfeste finden regelmäßig vor Beginn dieser Zeiten statt (Kathreintanz, Fasching).

Allgemeine Tanzverbote wurden in Deutschland gelegentlich verhängt, so etwa im Ersten Weltkrieg; es wurde Silvester 1918 aufgehoben.

Im September 1939 (Beginn des Zweiten Weltkriegs) untersagte das NS-Regime öffentliche Tanzveranstaltungen (dem „Ernst der Lage entsprechend“). Sowohl der Polenfeldzug (1. September bis 6. Oktober 1939) als auch der Westfeldzug (10. Mai bis Mitte Juni 1940) endeten schnell, siegreich und mit relativ geringen Verlusten; danach wurde im Deutschen Reich durch die NS-Propaganda Siegerstimmung verbreitet. Das Tanzverbot wurde nicht durchgehend befolgt und zeitweise ganz aufgehoben, da Tanzunterhaltungen für Soldaten als „kriegswichtig für die Kampfkraft“ eingestuft wurden. Das per Erlass des Reichsführers SS und Chefs der Polizei Heinrich Himmler am 6. April 1941 erneuerte allgemeine Tanzverbot wurde nicht einheitlich befolgt. Es wurde am 10. Juni 1941 gelockert (ab dann durften an drei Tagen in der Woche Tanzvergnügen veranstaltet werden). Diese Lockerung wurde in der Bevölkerung als Indiz gegen einen bevorstehenden Russlandfeldzug gewertet, um den es vielerorts Gerüchte gegeben hatte.[1] Der Überfall auf die Sowjetunion begann am 22. Juni 1941. Strikt verboten waren Tanzveranstaltungen ab Februar 1943 nach der verlorenen Schlacht von Stalingrad mit der Kapitulation der 6. Armee (Wehrmacht). Der NS-Propagandist Walter May-Hermannstadt verteidigte das Verbot am 11. April 1943 in einem in regionalen Wochenzeitungen veröffentlichten Leitartikel „Das Tanzverbot ist ein Ausdruck der Solidarität der Jugend mit der kämpfenden Front.“ Diverse Kräfte in der NSDAP bekämpften das Swing-Tanzen.

Teilweise ergingen behördliche Tanzverbote auch aufgrund einer den Tanz generell als unsittlich oder schädlich ansehenden Haltung. Zahlreiche Tänze brachen bis in die Neuzeit hinein immer wieder öffentliche Tabus; Gegner äußerten, bestimmte Tänze würden gegen ein gesellschaftliches Sittlichkeitsempfinden oder ähnliches verstoßen. (siehe auch Ultramontanismus, Antimodernismus, Keuschheit). Wichtige Beispiele sind der Wiener Walzer, der Tango oder (noch in den 1950er Jahren) der Rock ’n’ Roll.

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