Festival des deutschen Films (Ludwigshafen 2015)

Mein Vater, sein Vater und ich
von Jan Schmitt.

Eine Kamera fährt in der Vogelperspektive über Mannheim, überquert den Neckar und landet in der Neckarstadt. Hier lebte die Familie von Jan Schmitt schon seit 100 Jahren, größtenteils im selben Haus über drei Generationen hinweg. Der Regisseur dieses Films versucht eine ganz persönliche Spurensuche. Wie war eigentlich sein Vater und vorher dessen Vater und was haben deren Biografien mit ihm selbst zu tun? Das Haus seiner Kindheit wirft immer noch den Schatten der Vergangenheit, der von der Autostadt Mannheim erzählt, über sein Leben. Das erste Luftschiff, das Arbeiterquartier in der Neckarstadt, das „Paradies“, eine Wirtschaft in Sichtweite der Motorenwerke, Bilder aus der Familienschatulle, Anekdoten und Erzählungen von den schweren 1920er Jahren, von der Nazizeit, vom Wiederaufbau nach dem Krieg. Schmitt entdeckt auch die Widerspiegelung der Charaktereigenschaften seiner Vorväter in sich und manchmal auch dieselbe Sturheit. Mit einer wunderbaren Erzählerstimme kommentiert Jan Schmitt die Genealogie seiner Familie. Es geht um Männerbilder im Wandel der erlebten Geschichte in Mannheim und um Geschichten, die nie verblasst sind, wie zum Beispiel die von einem Mord des Jahres 1926. Daraus wurde ein Gassenhauer: „Es war an einem Abend, als man die Leiche fand in der Schimperstraße 16 in einem Kleiderschrank.“ Ein Hauch des Gruseligen wehte fortan über dem Geburtshaus des Autors, der es schafft, persönliche Geschichte und Zeitgeschichte zu einem spannenden Porträt des Mannheimer Stadtviertels zusammen zu bringen. Sind wir nicht alle das, was uns unsere Väter und Vorväter vorgelebt haben? Und sollten wir nicht über das Gespräch der Generationen zu lernen versuchen? Eine spannende Spurensuche.

ab 18 Jahre, da keine FSK

Jan Schmitt
Der gebürtige Mannheimer Jan Schmitt lebt heute sowohl in Wiesbaden als auch in Berlin und arbeitet beim ZDF, aber auch als unabhängiger Filmemacher. Der Film „Wenn einer von uns stirbt, geh’ ich nach Paris“ war sein Dokumentarfilmdebüt und lief 2009 bundesweit in den Kinos, wie auch auf dem Filmfestival this human world in Wien. Besonders wichtig ist Schmitt vor allem seine Unabhängigkeit, um Filme entstehen zu lassen, welche eigenwilliger sind und auch mal unbequeme Wege gehen. „Mein Vater, sein Vater und ich“ ist Jan Schmitts zweiter Dokumentarfilm. Er selbst sagt, dass dieser Film ihn dorthin zurückführt, wo er herkommt – nach Mannheim, in die Stadt der Männer!

Angaben zum Film
Länge: 95 Minuten
Regie: Jan Schmitt
Buch: Jan Schmitt
Darsteller: David Rischin, Gunter Gabriel und Gabriela Badura u.a.
Produktion: Jan Schmitt
Mitwirkende: Kinderchor des Nationaltheaters Mannheim
Sprecher: Alexander Scheer, Thomas Thieme und Luca Gugolz
Spielzeiten
Mi 24. Juni 18:00 Uhr Festivalkino 1
Sa 27. Juni 16:00 Uhr Festivalkino 1
Do 25. Juni 15:00 Uhr Festivalkino 2
Fr 26. Juni 19:00 Uhr Festivalkino 2

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