Debatte in der Süddeutschen Zeitung über Griechenlandkrise und deren Lösung

Ein Gastbeitrag von Ludger Schuknecht

In der Debatte um den richtigen Weg für Griechenland hat nicht nur das Empörungs-Kommentariat auf Twitter Maß und Mitte verloren. Selbst Top-Ökonomen scheinen gelegentlich zu vergessen, was die Grundlagen für Wachstum und Wohlstand in Europa sind: Sowohl die EU als auch die Währungsunion sind Wertegemeinschaften für Stabilität, Solidarität und ein Miteinander auf Augenhöhe.

Eine besondere Rolle kommt dabei der Stabilität als Voraussetzung für Wohlstand zu. Zu Recht ist sie in den europäischen Verträgen als Grundprinzip unserer Wirtschaftsordnung verankert: Preisstabilität ist Mandat der Europäischen Zentralbank (EZB). Solide Staatsfinanzen sind Ziel des Stabilitäts- und Wachstumspakts.

Und deshalb hat auch der Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF), Olivier Blanchard, recht, wenn er die zwischen Griechenland, Europa und dem IWF vereinbarte Reform- und Konsolidierungspolitik verteidigt: „Fiscal austerity was not a choice but a necessity“, schrieb er im IWF-Blog: Fiskale Austerität war nicht bloß eine Möglichkeit, sondern einen Notwendigkeit. Denn leistungs- und zahlungsfähige Regierungen sind Voraussetzung für Wachstum. Nur dann können sie ihrer Wirtschaft einen guten Ordnungsrahmen und ihren Bürgern beispielsweise gute Bildung bieten…………….

                                                                          quelle und mehr:  http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bundesfinanzministerium-zu-griechenland-warum-piketty-und-co-falsch-liegen-1.2575665

Gastbeitrag von Jeffrey Sachs

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Ludger Schuknecht, Chefökonom des Bundesfinanzministeriums, hat in der Süddeutschen Zeitung den Standpunkt des Ministeriums zu Griechenland erläutert. Im Kern sagt er, dass die Mitglieder der Euro-Zone nicht über ihre Verhältnisse leben sollten. Sie müssten ihre Schuldenlast senken und notfalls die bittere Reformmedizin nehmen. Wenn sie sich daran hielten, würden sie Erfolg haben, wie Irland, Spanien und Portugal zeigten. Griechenland sei selbst schuld an seiner Krise; das Land sei bis Ende 2014 auf dem Weg zur Besserung gewesen, aber dann vom Weg abgewichen.

Ich habe größten Respekt vor dem fähigen, nachdenklichen Ökonomen Ludger Schuknecht. Trotzdem glaube ich, dass er die historische Realität nicht richtig sieht. Sein Rezept ist sicher meistens richtig – Länder sollten ihre Schulden zurückzahlen und Reformen umsetzen, die dies möglich machen. Manchmal jedoch ist dieses Rezept falsch – nämlich dann, wenn der Schuldendienst zusammen mit anderen Wirtschaftsproblemen eine Gesellschaft an den Rand des Zusammenbruchs bringt. Die Weisheit liegt darin, die Fälle herauszufinden, in denen das falsch ist – und dann entsprechend kreativ zu reagieren.

quelle und mehr: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/sachs-zur-deutschen-griechenland-politik-tod-durch-schulden-1.2590278

eine kluge zusammenfassung der debatte liefert: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/summa-summarum-wie-soll-es-mit-griechenland-weiter-gehen-1.2595796

 

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