Deutsche und Schweizer Behörden wollen Balkanflüchtlinge mit Rückführungsvideos abschrecken

quelle: https://www.youtube.com/watch?v=4yibT9piM2o

Veröffentlicht am 07.08.2015

Mit diesem Vide will das Bundesministerium des Innern (BMI) Flüchtlinge aus den Balkanstaaten vor einer illegale Einreise nach Deutschland abschrecken. Der etwa vier Minuten lange Film soll sich in jeweiligen Landessprachen vor Ort über die Medien in der Öffentlichkeit verbreiten. Er richte sich an potenzielle Asylbewerber aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien

quelle: https://www.youtube.com/watch?t=78&v=gWQplawQsHg

Veröffentlicht am 20.04.2013

Im 2012 haben 4245 Personen aus Serbien, Mazedonien, Albanien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina und dem Kosovo ein Asylgesuch in der Schweiz gestellt. Nur 11 Personen bekamen Asyl.

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In der SPD gibt es Überlegungen, neue legale Einreisewege für Menschen vom West-Balkan zu schaffen.

Die SPD-Ministerpräsidenten und Parteichef Gabriel beschlossen ein entsprechendes Papier. Darin heißt es, dass Bürger aus Albanien, Serbien und dem Kosovo ein Arbeits-Visum erhalten können, wenn sie einen Arbeits-Vertrag und ein Einkommen oberhalb des Mindestlohns nachweisen. Auf diese Weise soll die Zahl der Asylbewerber aus den drei Ländern geringer werden.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres stellten Flüchtlinge vom West-Balkan rund 67.000 Asylanträge in Deutschland. Die Erfolgsaussichten der Anträge sind aber extrem gering.

http://www.deutschlandfunk.de/westbalkan-spd-bringt-arbeitsvisa-ins-gespraech.1947.de.html?drn:news_id=511440

Wiesbaden –

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat am Donnerstag den SPD-Vorschlag begrüßt, unter bestimmten Bedingungen Arbeitsvisa an Menschen aus dem Westbalkan auszustellen. „Davon würden nicht nur die Menschen selbst, sondern auch die hiesige Wirtschaft profitieren“, sagte Bouffier, der auch stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU ist. Dies sei eine gute Grundlage für die Anfang September anstehenden Bund-Länder-Gespräche zur Asyl- und Flüchtlingspolitik.

http://www.fr-online.de/rhein-main/migration-volker-bouffier-fuer-arbeitsvisa,1472796,31404914.html

Viele der Flüchtlinge vom Balkan, die nach Deutschland kommen, gehören zur Roma-Minderheit. Zur Diskussion über die Balkan-Flüchtlinge äußert sich der Vorsitzende des Zentralrates der Sinti und Roma, Romani Rose, im Interview.

Auszug……

Rose: Selbst wenn zahlreiche Flüchtlinge nach Deutschland kommen, die sie sich ein besseres und menschenwürdiges Leben aufbauen wollen, darf dies nicht zu einer Pauschalisierung führen, die völlig die komplexen Realitäten und die vielfältigen individuellen Fluchtgründe ignoriert. Gerade Angehörige der Roma-Minderheiten sehen sich vielerorts einer vielschichtigen und kumulierten Diskriminierung ausgesetzt, die ein menschenwürdiges Leben völlig unmöglich machen.

http://www.migazin.de/2015/07/28/sonderlager-sind-inakzeptabel/

……………….

Fakten gegen Vorurteile proasyl

#05 Politiker predigen: »Balkanflüchtlinge haben keine Asylgründe«

Richtig ist: Populisten machen Stimmung gegen Flüchtlinge.

Viele Asylsuchende kommen derzeit aus den Balkanstaaten Albanien, Kosovo u.a. In der Öffentlichkeit scheint das Urteil schon gefällt: Bei den Balkanflüchtlingen handele es sich nicht um „echte“ Flüchtlinge, sondern um Personen „ohne Schutzbedarf“. In der Realität ist die Sache so einfach nicht.

Insbesondere Roma sind massiven Bedrohungen ausgesetzt: Die EU-Kommission hat festgestellt, dass Roma in allen Balkanstaaten einer Rundum-Diskriminierung unterliegen, die sie daran hindert, ein normales Leben zu führen: Sie erhalten keine Wohnungen und leben deshalb in Slums, oft sogar ohne Strom und Heizung. Sie haben kaum Zugang zu Bildung, zu Arbeit, zu Gesundheitsversorgung. Nach Angaben der serbischen Regierung haben 30 Prozent der Roma in Serbien kein sauberes Trinkwasser, 70 Prozent keinen Zugang zur Kanalisation. Laut UNICEF haben Roma-Kinder eine um ein Drittel geringere Chance, das erste Lebensjahr zu überstehen als andere Kinder. Immer wieder werden Roma Opfer rassistischer Gewalt. (Alle Quellen im PRO ASYL-Gutachten)

Generell sind die Staaten, die aus dem jugoslawischen Bürgerkrieg hervorgegangen sind, noch heute von massiven Problemen und politischen Spannungen geprägt. Ein Beispiel: Zur „Stabilisierung“ des Kosovo schickt Deutschland aktuell rund 700 Soldaten in den Kfor-Einsatz – fast genauso viele wie nach Afghanistan. Die individuellen Fluchtgründe von Balkanflüchtlingen können in ihrem Zusammenwirken durchaus zur Asylanerkennung führen. Doch sie werden in Deutschland gar nicht mehr gewissenhaft geprüft. In Schnellverfahren werden die Anträge regelmäßig als „offensichtlich unbegründet“ eingestuft und abgelehnt. Die absehbare Folge dieser Politik – eine Anerkennungsquote nahe Null – wird von einigen Politikern populistisch als „massenhafter Missbrauch“ den Betroffenen untergeschoben.

Andere Staaten sehen genauer hin: In der Schweiz erhielten 2014 rund 37 % der serbischen und 40% der kosovarischen Antragsteller einen Schutzstatus. Finnland gewährte 43% der Flüchtlinge aus dem Kosovo Schutz. In Frankreich wurden 20% und in Belgien 18% der Schutzsuchenden aus Bosnien und Herzegowina, in Großbritannien 18% der albanischen Asylsuchenden als schutzbedürftig eingestuft.

http://www.proasyl.de/de/home/gemeinsam-gegen-rassismus/fakten-gegen-vorurteile/

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