Eigenbetrieb Neue Wege und WFB arbeiten bei der Eingliederung von Flüchtlingen zusammen…wie steht es um die berufliche Qualifikation von Flüchtlingen im Allgemeinen , gibt es dazu gesicherte Erkenntnisse ?

Der Eigenbetrieb „Neue Wege“ und die Wirtschaftsförderung Bergstraße (WFB) wollen Zuwanderer schneller und gezielter in den Arbeitsmarkt eingliedern. Das Augenmerk liegt dabei vor allem auf anerkannten Flüchtlingen, die ohne weitere Wartefristen jede Art von Beschäftigung annehmen dürfen. So soll das Fachkräftepotenzial der Migranten für die regionalen Arbeitgeber identifiziert und nutzbar gemacht werden……………..

……………Aktuell hat das kommunale Jobcenter in Heppenheim 306 (regelzugewiesene) Menschen gelistet, die durch ihren Aufenthaltsstatus uneingeschränkt jede Art von Arbeit annehmen dürfen. Sie kommen hauptsächlich aus Syrien, Eritrea, Afghanistan und Somalia. Aus diesem Pool soll der Fachkräftebedarf der hiesigen Unternehmen ein Stück weit gespeist werden……………………. mehr:  morgenweb

……………………………………………………………………….

das könnte Sie vielleicht auch interessieren:

Eine Information des BMAS

Die Möglichkeit der Arbeitsaufnahme richtet sich nach dem Status des Flüchtlings:

Asylberechtigte, anerkannte Flüchtlinge sowie Kontingentflüchtlinge

  • (z.B. Flüchtlinge, die im Rahmen einer humanitären Hilfsaktion, aufgrund von Visa oder einer Übernahmeerklärung des Bundesministeriums des Innern aufgenommen wurden) sind Personen, die als politisch Verfolgte anerkannt wurden.

Sie haben einen uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt. Mit der Anerkennung gilt für sie auch nicht mehr das AsylbLG, sondern das SGB II. Sie erhalten dann sowohl die Vermittlungshilfen als auch die passiven Leistungen in den Jobcentern nach dem SGB II. Bis dahin sind für die Arbeitsmarktintegration die Arbeitsagenturen der Arbeitslosenversicherung (SGB III) zuständig. Die Aktivitäten der Bundesagentur für Arbeit und Jobcenter werden verstärkt durch Arbeitsmarktprogramme, die das BMAS fördert.

Asylbewerber & Geduldete

  • Asylbewerber sind Personen, die eine Anerkennung als politisch Verfolgte oder als Flüchtlinge beantragt haben, deren Verfahren also noch läuft.
  • Geduldete sind Personen, deren Asylanträge abgelehnt wurden, die aber nicht abgeschoben werden können (z.B. Krieg im Herkunftsland, Reiseunfähigkeit, eine fehlende Verkehrsverbindung in ein vom Krieg zerstörtes Land, fehlende Dokumente).

Asylbewerber oder Geduldete haben grundsätzlich gleichen Zugang zum Arbeitsmarkt. Für Geduldete kann aber ein Beschäftigungsverbot erteilt werden, z.B. weil sie ihre Mitwirkungspflichten zur Ausreise (insbesondere Vorlage von Ausweisdokumenten) verletzt haben.

Die Zugangsfrist zum Arbeitsmarkt wurde jüngst auf drei Monate verkürzt.

Während der ersten 15 Monate des Aufenthalts ist grundsätzlich die Zustimmung der BA für einen konkreten Arbeitsplatz erforderlich. Die BA erteilt ihre Zustimmung zum einen nach Prüfung der gleichwertigen Arbeitsbedingungen (kein „Dumping“ gegenüber inländischen Arbeitnehmern) und zum anderen danach, ob ein deutscher oder freizügigkeitsberechtigter Arbeitnehmer für den konkreten Arbeitsplatz zur Verfügung steht (sog. Vorrangprüfung“). Von der Vorrangürüfung gibt es Ausnahmen. Ohne Vorrangprüfung können Asylbewerber oder Geduldete arbeiten, die:

  • die Voraussetzungen für die Erteilung einer Blauen Karte EU in Mangelberufen erfüllen (Hochschulabschluss und Tätigkeit in Mangelberufen wie IT, Ingenieure, Ärzte u.v.m., niedrigere Gehaltsschwelle von 37.752 Euro) oder
  • Fachkräfte mit anerkannter, qualifizierter Berufsausbildung in Engpassberufen sind oder die
  • eine praktische Tätigkeit zur Anerkennung ihrer Berufsqualifikation ausüben.

Gänzlich zustimmungsfrei – und damit ebenfalls ohne Vorrangprüfung und ohne Prüfung der Arbeitsbedingungen – können Asylbewerber und Geduldete u.a. arbeiten, wenn sie

  • eine Berufsausbildung aufnehmen oder
  • die Voraussetzungen für die Erteilung einer Blauen Karte EU (Hochschulabschluss und 48.400 Euro Jahresgehalt) erfüllen.

……………………………………………………………………..

Was weiss man über die berufliche Qualifikation der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen?

Arbeitsmarktintegration 04.11.2015

aus: http://mediendienst-integration.de/artikel/welche-qualifikationen-bringen-asylbewerber-wie-hoch-ihr-bildungsnevau.html :

Wie qualifiziert sind Flüchtlinge?

Arbeit wird für Migranten wie Flüchtlinge immer wieder als „Schlüssel zur Integration“ genannt. Um zu wissen, welche Chancen Flüchtlinge auf Integration haben, muss man allerdings die Ausgangslage betrachten: Welches Bildungsniveau bringen die Asylsuchenden mit? Bisher lässt sich das nur schwer einschätzen. „Wir verfügen über sehr wenige Daten zur Qualifikationsstruktur von Flüchtlingen. Es gibt Hinweise, aber noch keine repräsentative Datengrundlage“, erklärt Herbert Brücker, Migrationsexperte am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Die vorhandenen Daten lassen allerdings eine Tendenz deutlich werden, so Brücker: „Man kann sagen, dass die berufliche Qualifikation deutlich geringer ist als im Durchschnitt der Migranten oder der einheimischen Bevölkerung. Die schulische Qualifikation liegt zwar auch unter dem Durchschnitt, ist aber deutlich besser als die berufliche. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass es keine Vergleichbarkeit mit dem deutschen dualen System gibt.“

Hinweise auf das Qualifikationsniveau von Asylbewerbern lassen sich unter anderem aus den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit (BA) entnehmen, die jedoch über keine repräsentative Daten dazu verfügen. Laut einem IAB-Bericht zu „Flüchtlingen und anderen Migranten auf dem Arbeitsmarkt“ von September 2015 sind Asylsuchende in der amtlichen Statistik nicht als gesonderte Gruppe ausgewiesen. Außerdem finden sie sich kaum in den Analysen der BA, weil viele schlichtweg noch nicht in den Arbeitmarkt integriert sind.

Hinweise auf das Bildungsniveau: Welche Zahlen liegen vor?

Einen Hinweis geben laut IAB-Bericht zum Beispiel die Daten für Erwerbstätige aus Krisenländern wie Syrien, Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan und Somalia – aus denen fast ausschließlich Flüchtlinge kommen. Daraus ergibt sich Folgendes:

  • 22 Prozent haben keinen Hauptschulabschluss,
  • 25 Prozent haben einen Haupt- oder Realschulabschluss,
  • 20 Prozent haben eine Hochschul- oder Fachhochschulreife und
  • acht Prozent haben akademische Abschlüsse.

Mit Blick auf die berufliche Ausbildung geht hervor, dass

  • acht Prozent mittlere Berufsabschlüsse und
  • 71 Prozent keinen Berufsabschluss haben.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat kürzlich eine Umfrage unter 100.000 Flüchtlingen durchgeführt, die im letzten Jahr nach Deutschland eingereist sind. Auch diese Ergebnisse, über die in Medien wie Tagesschau.de berichtet wurde, sind nicht repräsentativ. Daraus geht hervor:

  • 13 Prozent haben angegeben, eine Hochschule besucht zu haben,
  • knapp 50 Prozent haben demnach eine Mittelschule besucht,
  • ein Viertel (24 Prozent) hat lediglich die Grundschule besucht und weitere
  • acht Prozent sind ohne Schulbildung nach Deutschland gekommen.

Diese Daten decken sich zum Teil mit den Ergebnissen der Evaluation des „EFS-Bundesprogramms zur arbeitsmarktlichen Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge mit Zugang zum Arbeitsmarkt“ des „Bleiberechtsnetzwerkes“, in dessen Rahmen Asylbewerber und Flüchtlinge Maßnahmen zur Förderung der beruflichen Integration wahrnehmen konnten. Sie beziehen sich auf eine Umfrage unter rund 20.000 Teilnehmern von 2012. Demnach haben 90 Prozent der Teilnehmer eine Schule besucht, über die Hälfte von ihnen für neun bis zwölf Jahre (S. 29).

Außerdem hat rund ein Viertel (23 Prozent) aller Teilnehmer eine Berufsausbildung absolviert. Rund 11 Prozent der Teilnehmer haben eine Hochschule besucht. Von ihnen haben 40 Prozent das Studium abgeschlossen (S. 28).

Die Erfolgschancen von Flüchtlingen auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu messen, sei laut Brücker aus weiteren Gründen schwierig: „Die meisten sind zu kurz da. Zudem können sie sich erst wirklich in den Arbeitsmarkt integrieren, wenn die Asylverfahren erfolgreich abgeschlossen werden. Das kann nach der Ankunft leicht acht oder neun Monate dauern.“

Eine Studie der Bertelsmann Stiftung vom Mai 2015 zur „Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen kommt zu dem Schluss, dass darüber hinaus weitere Hürden die Integration erschweren: Obwohl durch das Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz Integrationskurse für Asylbewerber mit „guter Bleibeperspektive“ geöffnet wurden, gibt es kein bundesweites Sprachkurs-Programm für alle Asylsuchenden. Außerdem dauere die Anerkennung von Abschlüssen lange, die Vorrangprüfung schränke die Arbeitsmöglichkeiten ein und durch die Unterbringung in Sammelunterkünften hätten Flüchtlinge nur eingeschränkten Kontakt zur lokalen Bevölkerung.

Von Fabio Ghelli und Jenny Lindner

Text übernommen von mediendienst integration


 

Dieser Beitrag wurde unter flüchtlinge abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ihre Meinung interessiert uns

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

MiGAZIN

Das Fachmagazin für Migration und Integration in Deutschland

loefflergblog

Gegen den Strich

Andere Wege

Erwerbsloseninitative Bergstraße

%d Bloggern gefällt das: