Nackt unter Wölfen

Veröffentlicht am 10.03.2015

http://www.ufa-fiction.de // Der Langtrailer zu „Nackt unter Wölfen“, der Neuverfilmung des DDR-Literaturklassikers von Bruno Apitz von dem Team hinter „Unsere Mütter, unsere Väter“.

// AUSSTRAHLUNG: 1. April 2015 um 20:15 Uhr im Ersten
// „Nackt unter Wölfen“ auf Facebook: https://www.facebook.com/NacktUnterWo…

Im Juni 2014 wurden die Dreharbeiten zu „Nackt unter Wölfen“ beendet, unter der Regie von Philipp Kadelbach nach einem Drehbuch von Stefan Kolditz, dem Erfolgsteam hinter der preisgekrönten Miniserie „Unsere Mütter, unsere Väter“. Das Drehbuch zum Film entstand nach Motiven des Romans von Bruno Apitz und wurde begleitet von Gesprächen mit Zeitzeugen und umfassenden historischen Recherchen. Gedreht wurde in Tschechien und Mitteldeutschland. Ein Teil der Dreharbeiten fanden auch am Originalschauplatz in der Gedenkstätte Buchenwald statt.

Mit dabei: Florian Stetter (Pippig), Peter Schneider (Höfel), Sylvester Groth (Krämer), Thorsten Merten (Bochow), Sabin Tambrea (Reineboth) u.v.a.

„Nackt unter Wölfen“ ist die filmische Neuinterpretation des gleichnamigen Romans von Bruno Apitz aus dem Jahr 1958. Apitz, der selbst acht Jahre lang im KZ Buchenwald inhaftiert war, erzählt von der Rettung eines jüdischen Kleinkinds im KZ. Seine Protagonisten sind kommunistische Gefangene, die im illegalen Internationalen Lagerkomitee organisiert sind. Trotz großer Gefahren sowohl für ihr eigenes Leben als auch für die Widerstandsbewegung entscheiden sich mehrere Häftlinge, den kleinen Jungen vor dem sicheren Tod zu retten. Apitz‘ Geschichte wurde im Osten Deutschlands zum Symbol für den antifaschistischen Widerstand. Der Roman und die DEFA-Verfilmung von 1962 bewegten ganze Generationen, das Buch avancierte zudem zum meistverkauften Titel in der DDR und war Pflichtlektüre an den Schulen. 2012 erschien eine Neuauflage des Romans im Aufbau Verlag mit einem ausführlichen Nachwort und zusätzlichen Dokumenten, die die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte des Romans neu und historisch kritisch bewerten.

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Nackt unter Wölfen

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Nackt unter Wölfen (Begriffsklärung) aufgeführt.

Bruno Apitz (rechts) während der Dreharbeiten zu „Nackt unter Wölfen“ von 1963

Nackt unter Wölfen ist ein Roman der DDR-Literatur von Bruno Apitz, der 1958 beim Mitteldeutschen Verlag erschienen ist. Er wurde 1963 von Frank Beyer unter dem gleichen Titel für die DEFA und 2015 wieder unter dem gleichen Titel von Philipp Kadelbach verfilmt.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Der Roman spielt im Zeitraum Februar bis April 1945 im Konzentrationslager Buchenwald. Ein polnischer Häftling schmuggelt – in einem Koffer – ein etwa dreijähriges Kind ins Lager. Das illegale Internationale Lagerkomitee (ILK), eine aus Kommunisten verschiedener Nationalitäten bestehende Widerstandsgruppe, beschließt, das Kind mit einem Transport in ein anderes Lager gehen zu lassen. Die Häftlinge Höfel und Kropinski, die in der Effektenkammer arbeiten, führen diesen Beschluss jedoch nicht aus und verstecken das Kind. Seine Entdeckung durch die SS hätte unweigerlich die Ermordung des Kindes und auch derer, die sein Leben bewahren wollen, zur Folge gehabt. Erst wird es in der Kleiderkammer, dann in einer Seuchenbaracke versteckt. Später wird es in einem Schweinekoben untergebracht.

Durch das Kind gerät die gesamte Widerstandsbewegung in Gefahr. Dennoch nehmen mehrere Häftlinge große persönliche Risiken auf sich, um das Kind zu retten. Höfel und Kropinski werden wochenlang schwer gefoltert, ohne das Kind und ihre Kameraden zu verraten. Auch der Häftling Pippig schweigt. Er stirbt an schwerer Folter durch die Gestapo. Der Häftling Rose wird aus Angst zum Verräter, der Häftling Wurach lässt sich von der SS zu Spitzeldiensten missbrauchen.

Daneben werden die Charaktere der SS-Wächter dargestellt: der Lagerführer Schwahl will alle Häftlinge auf einen Todesmarsch nach Dachau schicken und die Spuren der Verbrechen im Lager verwischen, Kluttig will alle Häftlinge töten lassen, Reineboth will untertauchen und sich den neuen politischen Gegebenheiten anpassen, Mandrak, genannt Mandrill, ein brutaler Folterer, will vor dem Ende noch seine im Block eingesperrten Gefangenen töten, und Zweiling schwankt zwischen der Furcht vor der Rache der Häftlinge und vor seinen eigenen Kameraden.

Als der Informant Wurach eine Todesliste mit 46 Namen zusammenstellt, die angeblich die geheime Widerstandsorganisation leiten, beschließt das ILK, die Gesuchten zu verstecken. Der Lagerälteste Krämer ist keiner der Köpfe des ILK, wird aber von der Lagerleitung dafür gehalten. Durch seine Persönlichkeit wird er von vielen Häftlingen respektiert. Im Unklaren über die Nähe der Front muss das ILK immer wieder abwägen zwischen einander widersprechenden Pflichten, dem Schutz des Einzelnen und der Verantwortung für die Gesamtheit der 50.000 Häftlinge. Die ersten Todesmärsche können nicht verhindert werden.

Als die Front nahe ist, befreien die Häftlinge das Lager selbst mit Waffen, die sie gebaut oder ins Lager geschmuggelt haben. Sie holen Höfel und Kropinski aus dem Bunker. Auch das Kind wird aus seinem Versteck geholt.

Hintergrund

Die Romanfiguren, die im Buch von Apitz erscheinen, tragen teilweise die Namen von ehemaligen Mitgefangenen des Autors, die dieser so ehren wollte. Mit der Wahl der Namen verdeutlichte Apitz auch den Charakter der jeweiligen Person (beispielsweise „Hauptscharführer Zweiling“).

Bei dem im Roman beschriebenen Jungen handelt es sich um Stefan Jerzy Zweig, der als Dreijähriger nach Buchenwald gebracht wurde. Eine weitere wichtige Person ist Walter Krämer.

Bruno Apitz hat seinen Text in Zusammenarbeit mit dem Komitee der antifaschistischen Widerstandskämpfer und seinem Lektor mehrfach überarbeitet. Die Entstehungsgeschichte ist in einer Neuauflage des Romans im Jahr 2012 dokumentiert.

Ausgaben

  • Erstausgabe: Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 1958.
  • Erweiterte Neuausgabe auf Grundlage der Erstausgabe, mit Dokumentation der mehrfachen Bearbeitung und Überarbeitung des Ursprungstextes durch Bruno Apitz und einem Nachwort von Susanne Handtke und Angela Drescher. Hrsg. von Susanne Hantke und Angela Drescher. Aufbau Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-351-03390-3.
Übersetzungen
  • Dänisch: Nøgen blandt ulve,
  • Englisch: Naked among wolves, übersetzt von Edith Anderson. Berlin 1960.
  • Esperanto: Nuda inter lupoj, übersetzt von Karl Schulze. Leipzig 1974.
  • Finnisch: Alastomana susien parissa. 1961.
  • Französisch: Nu parmi les loups, übersetzt von Y.-P. Loreilhe. Paris 1961.
  • Italienisch: Nudo tra i lupi, übersetzt von Agnese Silvestri Giorgi. Mailand 1961.
  • Litauisch: Nuogas tarp vilkų, Vilnius 1965.
  • Portugiesisch: Nu entre lobos. Lissabon 1982.
  • Russisch: Golye sredi volkov, Moskva, 1976
  • Schwedisch: Naken bland vargar, übersetzt von Ture Nerman. Stockholm 1960.
  • Türkisch: Kurtlar arasında çıplak, aus dem Englischen übersetzt von Alaattin Bilgi. Ankara 1986.
  • Ungarisch: Farkasok közt védtelen, übersetzt von István Nagy Kristó 1960.

Insgesamt erschien Nackt unter Wölfen in 30 Sprachen und erreichte eine Gesamtauflage von mehr als zwei Millionen.

Verfilmungen

1960
Für den Deutschen Fernsehfunk erfolgte die Verfilmung des Romans unter der Regie von Georg Leopold. Darsteller: Fred Delmare, Hans-Peter Minetti, Peter Sturm.[1]
1963
Die DEFA verfilmte den Roman unter dem Titel Nackt unter Wölfen im Jahr 1963, u. a. mit Erwin Geschonneck, Fred Delmare, Armin Mueller-Stahl und Gerry Wolff in Hauptrollen unter der Regie von Frank Beyer.
2015
Unter Federführung des Mitteldeutschen Rundfunks wurde der Stoff in der tschechischen Gedenkstätte Vojna Lešetice neu verfilmt. Als Grundlage dafür sollte das zu DDR-Zeiten nicht veröffentlichte, unlektorierte Manuskript von Apitz dienen. Das Drehbuch schrieb Stefan Kolditz, Regie führte Philipp Kadelbach, Produzent war u. a. Nico Hofmann. Die Premiere des Films war am 1. April 2015, zeitnah zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald.[2]

Literatur

  • Bill Niven: Das Buchenwaldkind. Wahrheit, Fiktion und Propaganda. Aus dem Englischen von Florian Bergmeier. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2008, ISBN 978-3-89812-566-6.
  • Zacharias Zweig: „Mein Vater, was machst du hier …?“ Zwischen Buchenwald und Auschwitz. Der Bericht des Zacharias Zweig. dipa-Verlag, Frankfurt a. M. 1987, ISBN 3-7638-0471-4. (Bericht des Vaters von Stefan Jerzy Zweig.)
  • Eva Reißland: Bruno Apitz. In: Hans Jürgen Geerdts (Hrsg.): Literatur der Deutschen Demokratischen Republik. Einzeldarstellungen. Band 1. Volk und Wissen, Berlin 1976.
  • Tobias Ebbrecht-Hartmann: Die Shoah als Leerstelle – Bruno Apitz Buchenwald-Roman „Nackt unter Wölfen“. Die Internationale Schule für Holocaust-Studien (ISHS), Yad Vashem, abgerufen am 2. April 2015.

Weblinks

Einzelnachweise

  • IMDB-Eintrag mit wenigen Daten, abgerufen am 2. April 2015.
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