Einhausen schickt Flüchtlinge in Container

Einhausen schickt Flüchtlinge in Container
Soziales – Gegen den Willen von Bürgermeister Bohrer lehnt die Gemeindevertretung den Kauf eines Hauses ab
Die Gemeinde Einhausen wird ihr zugewiesene Flüchtlinge zumindest vorläufig in Containern unterbringen. Das hat die Gemeindevertretung einstimmig in einer Sondersitzung beschlossen.
EINHAUSEN.  quelle echo online

Damit haben sich die Gemeindevertreter gegen eine Empfehlung des Gemeindevorstands ausgesprochen, der den Kauf eines Anwesens in der Kettelerstraße empfohlen hatte. Auch eine vorläufige Unterbringung der Flüchtlinge im Pfarrhaus der evangelischen Gemeinde wird es nicht geben. Diese Variante, die Teil der Empfehlung des Gemeindevorstands war, wurde in der Sondersitzung nicht mehr diskutiert.

Für knapp 50 000 Euro sollen vielmehr zehn Container gemietet werden, in denen die Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Als möglicher Standort wird der Parkplatz an der Einhäuser Sporthalle genannt.

Auch aufgrund von Erfahrungen aus den 1990er Jahren, als die Gemeinde eine ehemalige Gaststätte für die Unterbringung von Asylbewerbern erwarb und diese später mit Verlust verkaufte, sprachen sich die Parteienvertreter dafür aus, keine Immobilie zu kaufen. „Wir kommen an einer Containerlösung nicht vorbei“, sagte Andree Scharnagl (Grüne) mit Blick auf von der Verwaltung vorgelegten Zahlen.

400 000 Euro veranschlagt die Verwaltung für Kauf und Umbau des Hauses in der Kettelerstraße. Bemühungen um eine Minderung des Kaufpreises hätten keinen Erfolg gebracht, sagte Stefan Grimm, der zuständige Verwaltungsmitarbeiter.

Bohrer: Der Kreis sieht das nicht gernWohncontainer seien eine flexible Lösung, doch müsse darauf geachtet werden, dass es zu keiner „Ghetto-Bildung“ komme und die Flüchtlinge gut betreut und integriert würden, merkte Marco Schader (CDU) an. Ein Vorschlag der Verwaltung, den Kauf einer Immobilie durch einen privaten Investor mit 50 000 Euro zu bezuschussen, wurde von den parlamentarischen Gremien nicht weiter verfolgt.

Auch vom Kreis werde die Unterbringung von Flüchtlingen in Containern nicht sehr gern gesehen, versuchte Bürgermeister Philipp Bohrer (parteilos) für die Empfehlung des Gemeindevorstands zu werben, ein Haus für die Flüchtlinge zu kaufen. Der Kreis habe nicht über die Finanzen der Kommune zu befinden, entgegneten Armin Kromer (CDU) und Volker Knaup (FWG). Beide machten deutlich, dass eine Containerlösung nicht zwangsläufig die schlechtere Alternative sein müsse. So würden Container als Provisorium bei Schulsanierungen etwa für die Unterbringung von Schülern verwendet.

In einem Gespräch mit dem ECHO zeigte sich Bohrer enttäuscht vom Beschluss der Gemeindevertretung. Dieser sei jedoch zu akzeptieren und werde von der Verwaltung umgesetzt. Die Suche nach weiteren Lösungen solle aber nicht aufgegeben werden.

Wie der Gemeinde in einem Schreiben des Kreises vom Dezember 2013 mitgeteilt wurde, sollen in Einhausen 22 Flüchtlingen untergebracht werden. Bis Ende Februar sollen die ersten zehn Personen kommen.

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